Vision: Ortskern ohne Autos. Verkehrsexperte Knoflacher stellte mutige Ideen vor, um auch in ländlichen Regionen die Pkws zu reduzieren.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. November 2019 (04:43)
Gestalteten einen spannenden Diskussionsabend (v.l.): Hermann Knoflacher, Christian Kauer, Stefan Schmid, Michael Zachoval, Anna Malleier-Obermair und Gregor Danzinger.
privat

Mit teils radikalen Vorschlägen rüttelte Verkehrsexperte Hermann Knoflacher die knapp 100 Besucher des Diskussionsabends rund um die Mobilität am Land auf: „Bauen Sie am Ortsrand einen Parkplatz und lassen Sie die Bewohner in den Ort gehen“, forderte er etwa von der Stadtregierung in Schrattenthal. Er stellte zunächst Mythen im Zusammenhang mit dem eigenen Auto vor und zeigte, wie andere Regionen durch einen idealen Bahn-Bus-Verkehr nachhaltig profitieren konnten.

„Reduktion des individuellen Pkw-Verkehrs ist ein wichtiges Ziel“

Sehr kontroversiell ging die Podiumsdiskussion weiter. „Wir konzipieren zurzeit die Maßnahmen, die für unsere Region in Bezug auf die Klimaveränderung nötig sind – die Reduktion des individuellen Pkw-Verkehrs ist hier ein wichtiges Ziel“, betonte Gregor Danzinger, der als Klimamanager gemeinsam mit den Bürgermeistern intensiv an einer Klimastrategie arbeitet.

Der passionierte Radfahrer aus Schrattenthal, Michael Zachoval, berichtete von seinem Radfahrer-Leben: „Die Lust am Radfahren ist wichtig, um das ganze Jahr über lieber aufs Rad und nicht immer ins Auto zu steigen.“ Er betonte, dass er gar nicht mehr überlege, wie er an seinen Arbeitsplatz kommt. Das Rad sei normal – im Sommer wie im Winter. Zudem mache er gleich Sport.

Verkehrsexperte Thomas Kronister von der Arbeiterkammer musste die Diskussion leider frühzeitig verlassen. Passend zum Thema war er mit dem Zug angereist und musste mit dem letzten wieder nach Wien fahren. „Aber es wird besser – bereits ab Dezember fährt noch ein Zug nach 21 Uhr“, berichtete er zum Abschluss.

Bürgermeister Stefan Schmid sieht das Konzept „Retzer Land Taxi“ als passenden nächsten Schritt. „Jetzt nimmt die Mobilität im Retzer Land Schritt für Schritt volle Fahrt auf“, freute er sich über das prämierte Konzept (mehr dazu auf Seite 29 der aktuellen Printausgabe).