Geschäft leidet unter Bau. Karl Breitenfelder spricht von Umsatzeinbußen, weil Kunden zuletzt nicht sein Geschäft aufsuchen konnten. Nicht nur er glaubt, dass man eine Lösung hätte finden können.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. September 2018 (04:45)
privat
Baustelle beim Obernalber Spitz.

Des einen Freud, des anderen Leid: Mehrere Monate war die Straße zwischen Retz und Obernalb wegen Erneuerungsarbeiten gesperrt. Ruhe kehrte in einem Teil von Obernalb ein, während die andere Seite der Ortschaft und Unternalb aufgrund der Verkehrsumleitung stöhnten. Einer hat möglicherweise länger daran zu knabbern.

Karl Breitenfelder spricht von einem herben Verlust, den die Arbeiten verursachten: Sein Geschäft, das bei Hausbauvorhaben berät und Produkte wie Fenster oder Sonnenschutz verkauft, liegt mitten in der Baustelle. Die Situation habe sich für ihn als geschäftsschädigend herausgestellt. Völlig unverständlich sei für ihn, dass die Baustelle für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben ist und für Firmen nicht.

Der Retzer Unternehmer räumt ein, dass eine Vereinbarung mit der Straßenmeisterei getroffen wurde, die im ersten Bauabschnitt auch hielt. „Bei den restlichen Arbeiten die letzten 14 Tage leider nicht. Wir waren praktisch völlig abgeschnitten und auch für Kunden nicht zu finden, da es keine Hinweise für Zufahrten oder Umleitungen zu uns gegeben hat.“

"Haben bis jetzt immer eine Lösung gefunden"

Wolfgang Dafert, Leiter der Straßenbauabteilung I in Hollabrunn, ist verwundert, dass sich Breitenfelder nicht an ihn oder die Wirtschaftskammer gewandt hat. Man trachte danach, für Anrainer die Blockaden so gering wie möglich zu halten. „Wir haben bis jetzt immer eine Lösung gefunden“, denkt er etwa an Hochzeiten oder Lieferungen, die in Bauphasen anfallen können. Auch provisorische Zufahrten werden bisweilen errichtet.

Grundsätzlich werde bei der Verkehrsverhandlung die Wirtschaftskammer eingeladen. „Da werden solche Dinge besprochen“, erklärt Dafert. Ein Freihalten zu jeder Zeit gehe aber nicht. „Wir können die Straße nur vor Ort erneuern und nicht in einer Werkstatt.“ Je mehr durch Baustellen fahren dürfen, desto eher wird die Umsetzung verzögert. Man müsse zudem die Arbeiter schützen.

Warum die Erneuerung des recht kurzen Abschnitts so lang dauert, verwundert nicht nur Breitenfelder. Die Bauarbeiten begannen im April. Dafert führt als Grund die schwierige Verkehrssituation mit einer Kreuzung an, die einerseits in Richtung Horn und andererseits in Richtung Hollabrunn weiterführt. Aber nicht nur.

„Einbauten mussten verlegt werden, das wird dem Straßenbau zugerechnet“, weist er darauf hin, dass andere Firmen beteiligt sind. Ein Fahrbahnteiler wurde auf der B 35 errichtet und wegen eines Hangs war die Drainagierung notwendig. Mit der Asphaltierung in der Vorwoche ging die Baustelle aber nun endgültig ihrem Ende zu.