Schwammspinner-Raupen verblüffen Profis. Schwammspinner-Raupen fressen die Wälder kahl. Erstmals sind auch Nadelbäume betroffen.

Von Sandra Donnerbauer und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 26. Juni 2019 (03:37)

„So eine Situation hatten wir noch nie!“ Der Obernalber Mathias Pöcher ist geschockt von dem Anblick, den seine Christbaumkultur aktuell bietet. Nachdem die Raupen des Schwammspinners den umliegenden Laubwald komplett kahl gefressen hatten, machten sie sich an den Nadelbäumen zu schaffen. Schon im Vorjahr hatten die gefräßigen Tiere für große Schäden gesorgt, nun wurden die Wälder im nördlichen Niederösterreich stellenweise wieder gänzlich abgefressen.

Bisher waren jedoch ausschließlich Laubbäume betroffen. Diese reagieren nach einem Kahlfraß mit einer raschen Wiederbegrünung im gleichen Sommer. Problematisch wird es erst, wenn sich der Befall über mehrere Jahre wiederholt oder wenn die Bäume durch andere Witterungsextreme wie Trockenheit oder Frost in ihrer Vitalität beeinträchtigt sind.

Experte überrascht vom Verhalten der Raupen

Wie sich die Nadelbäume verhalten, muss erst abgewartet werden. „Die Knospen sind noch da, aber selbst wenn die Bäume wieder austreiben, bleiben sie in der Mitte wahrscheinlich kahl“, vermutet Pöcher.

Selbst Karl Schuster, Experte für Forst- und Holzwirtschaft in der NÖ Landwirtschaftskammer, hat bisher noch nie davon gehört, dass Raupen des Schwammspinners Nadelbäume anfressen. Nach der Übermittlung eines Fotos war er mehr als überrascht über den kompletten Kahlfraß der Christbäume. „Da muss ihnen das Futter ausgegangen sein. Das ist sehr ungewöhnlich“, sieht der Experte einen Einzelfall. Bei Menschen können die feinen Haare der Raupen Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen.