Top-Talent Anja: Mit neun von Oper gepackt . Anja Mittermüller (16) ist unter Gleichaltrigen beste klassische Stimme in NÖ.

Von Antonia Hotter. Erstellt am 15. August 2020 (03:59)
„Ich liebe es, vor Leuten zu stehen und zu singen“, sagt die 16-jährige Anja Mittermüller.
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Begonnen hat alles auf einem Kindergeburtstag. Die neunjährige Anja saß in den Zuschauerreihen der Wiener Volksoper, um sich „Antonia und der Reißteufel“, eine Oper von Christian Kolonovitz, anzuschauen. „Mein Mund stand offen, haben meine Freunde gesagt“, erzählt die mittlerweile 16-jährige Anja Mittermüller. Die CD der Oper habe sie sich dann jeden Tag „reingezogen“, sagt sie.

Einige Jahre später kann die Hollabrunner Musikschülerin aus Oberrohrbach bereits auf viele Erfolge als Sängerin zurückblicken. Sie war 2018 und 2019 Erstplatzierte beim größten österreichischen Jugendmusikwettbewerb „prima la musica“.

Wenige Tage vor dem Corona-Lockdown konnte sie noch NÖ-Beste werden, der bundesweite Wettbewerb musste dann allerdings wegen der Pandemie abgesagt werden. Wie aber kam Anja Mittermüller von den Zuschauerreihen auf die Bühne? Durch Gesangsunterricht und Übung, Übung, Übung.

Sie bekommt Gesangs- und Klavierunterricht und hört sich jeden Tag mindestens zwei Stunden lang Opern an, am liebsten, wenn sie von Elīna Garanča und Julia Lezhneva gesungen werden.

„Im Winter renneich immer mit Schal herum. Dafür muss ich nicht wie andere ein Cello mitschleppen.“Anja Mittermüller, Gesangstalent

Der Karriereplan von Mittermüller ist klar: Sie will auch einmal Opernsängerin werden. Ihre Stimme ist ihr Instrument und eine Erkältung daher der große Feind. „Im Winter renne ich immer mit Schal herum“, sagt die Jugendliche. „Dafür muss ich nicht wie andere ein Cello mitschleppen.“

Erste Erfahrungen durfte die 16-Jährige schon im Chor der Oper Klosterneuburg sammeln. Dieses Jahr wäre es schließlich so weit gewesen: Sie hätte ihre erste Rolle gesungen und gespielt, die Kammerzofe in der Verdi-Oper „La forza del destino“: „Das ist die kleinste Rolle, die es gibt, aber für mich war es perfekt!“, schwärmt Mittermüller.

Doch dann funkte Corona dazwischen, die Oper fiel vorerst ins Wasser und wird erst nächstes Jahr aufgeführt – aber wie geplant mit Mittermüller als Kammerzofe. Wenn es nach ihr ginge, würde sie aber fast immer nur Schubert singen: „Er ist eindeutig mein Lieblingskomponist.“ Warum? „Weil Schubert zaubern kann“, sagt sie.