Friedhofserde einfach über Mauer geworfen: Polit-Zwist. ÖVP-Bürgermeister habe seit Juli nichts gegen Missstand getan, kritisiert SPÖ. „Stimmt nicht“, sagt Gemeindechef Hogl.

Von Sandra Frank. Erstellt am 09. September 2020 (05:53)
Ein Grab in der Nähe der Friedhofsmauer wird saniert, dieFirma entsorgte den Aushub einfach hinter der Mauer. „Eine Sauerei“, sagt ÖVP-BürgermeisterHogl.
privat

„Es ärgert mich, dass der Bürgermeister so nachlässig ist“, meldet sich SPÖ-Mandatar Gerhard Sklenar. Es geht um den Oberstinkenbrunner Friedhof.

SPÖ-Sklenar ist verärgert, dass ÖVP-Bürgermeister „so nachlässig ist“.
SPÖ

Dort wird ein Grab von Grund auf saniert. Das Aushubmaterial, welches hier anfiel – Erde und Schutt – wurde vom Steinmetzbetrieb einfach über die Friedhofsmauer gekippt.

„Darauf hat mich ein Bürger bereits Mitte Juli aufmerksam gemacht“, erinnert sich Sklenar. Dieser kontaktierte Bürgermeister Richard Hogl (ÖVP), um ihn auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Dieser hätte versprochen, sich darum zu kümmern.

Hogl: „Es stimmt nicht, dass nichts passiert ist“

„Der Haufen ist immer noch da, er ist nur kleiner geworden“, sagt Sklenar. Zwischendurch hätte er mehrmals mit Hogl darüber gesprochen. „Er hat gesagt, er habe mit dem Betrieb persönlich Kontakt aufgenommen und vereinbart, dass der Aushub bis spätestens 25. August beseitigt werden muss“, erinnert sich der Sozialdemokrat an die Auskunft des Bürgermeisters. Sonst werde die Angelegenheit dem Rechtsanwalt übergeben.

Einen Tag nach Ablauf der Frist war immer noch nichts geschehen, so Sklenar, der mitteilt, wie er die Sache angehen würde: „Es ist eine ganz einfache Übung: Wenn der Aushub bis zur Frist nicht weggeräumt ist, erledigen das unsere Gemeindearbeiter, und der Betrieb bekommt die Rechnung.“

Die Oberstinkenbrunner seien mittlerweile auch sauer auf Sklenar, weil dieser zugesagt habe, dass er sich kümmern werde. Außerdem: „Es gehört sich 2020 doch nicht, dass der Aushub einfach über die Friedhofsmauer gekippt wird. Das gibt es sonst nirgends!“

„Es stimmt nicht, dass nichts passiert ist“, wehrt sich Hogl gegen die Vorwürfe aus den Reihen seiner Opposition. Er hätte sofort mit Ortsvorsteher Josef Weber gesprochen und die Firma kontaktiert.

„Es ist eine Sauerei, dass sie das gemacht haben“, ist der Gemeindechef ebenfalls erbost. Vom Ortsvorsteher habe er die Information, dass der Aushub bereits beseitigt worden ist. „Ich weiß, dass Herr Sklenar sagt, es ist nur auseinandergeräumt worden“, sagt Hogl, dass dies nun eine Sache zwischen den beiden Männern sei.

Ortsvorsteher: „Es ist noch nicht alles weg“

Am NÖN-Telefon klärte Weber schließlich auf: Auch er hat mit den Arbeitern des Betriebs gesprochen. „Es ist noch nicht alles weg“, berichtet er, dass immerhin ein Teil des Aushubs weggeräumt worden ist.

„Sie haben gesagt, sie räumen den Rest weg, wenn sie kommen, um den Grabstein aufzustellen.“ Das soll noch in dieser oder in der nächsten Woche geschehen. „Wenn der Grabstein aufgestellt wird, werde ich mich darum kümmern, dass alles wegkommt“, versprach Weber.