Kobold auf Feste Kaja. Seit 17 Jahren ist das Odyssee Theater nun schon Bühnen-Dauergast auf der 800 Jahre alten Burgruine in der Nähe von Merkersdorf, heuer mit einem Calderon de la Barca.

Erstellt am 23. Juli 2014 (14:11)
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2013 war es wieder ein Theaterstück von Johann Nepomuk Nestroy, das in dem herrlichen Ambiente der Feste Kaja gegeben wurde, nämlich „Liebesg‘schichten und Heiratssachen“. Im Bild Wolfgang Peter, der heuer auch für die Regie bei Calderóns „Dame Kobold“ verantwortlich zeichnet.

HARDEGG / „Odyssee, das ist seit Herbst 1996 der Name einer verschworenen Spielgemeinschaft, die schon auf eine längere Tradition zurückblicken kann“, so die eigene Beschreibung auf ihrer Homepage.

Herausgewachsen ist sie aus der Spielgemeinschaft „Epidaurus“ des privaten Goetheanistischen Konservatoriums, wo sich viele der Mitglieder ihr schauspielerisches Können erarbeitet haben. Ihre Heimat hat die Gruppe mittlerweile im Musischen Zentrum in der Wiener Josefstadt gefunden.

Grundlegend für das Odyssee Theater ist die von Rudolf Steiner eingeführte und von Karl Rössel-Majdan und Michail Cechov weiterentwickelte Sprachgestaltung, die die Mitglieder von systematischen Lautübungen, über Rezitation und Gestik, bis hin zum Rollenspiel leitete und zu einem tieferen Erfassen des Sprachwesens führt.

Das hehre Wort als  kostbarstes Gut

Das Wort, die lebendig erlebte und gestaltete Sprache ist seitdem die zentrale Lebensquelle der Probenarbeit. Abzulesen ist dies auch am Repertoire der Theatergruppe. Goethe, Hofmannsthal, Grillparzer, Raimund, Moliere und Nestroy sind sozusagen die Säulenheiligen der annähernd 50 Produktionen auf der Werkliste.

Seit 1997 ist die Gruppe jedes Jahr mit einer anderen Produktion auf der Feste Kaja zu Gast. Im 17. Jahr der Gastspielserie bringt das Odyssee Theater heuer die Mantel- und Degen-Komödie „Dame Kobold“ des spanischen Dramatikers Pedro Calderón de la Barca.

In dem 1629 in Madrid uraufgeführten Stück wird die junge Witwe Dona Angela von ihren Brüdern Don Luis und Don Juan vor der Welt versteckt. Nur stark verhüllt gelingt es ihr manchmal, mit ihrer Zofe Isabel das Haus zu verlassen. Bei einer dieser Gelegenheiten wird sie – unerkannt – vom eigenen Bruder Luis auf der Straße belästigt. Der zufällig anwesende Don Manuel eilt ihr zur Hilfe.

Don Manuel stellt sich als Freund von Don Juan heraus und wird eingeladen, im Haus der Familie zu wohnen. Er erhält ein Zimmer, das durch eine Geheimtür in einem Schrank mit dem Zimmer Angelas verbunden ist.

Nächtliche Streiche  führen zum Happy End

Angela und die Zofe Isabel spielen ihm nächtliche Streiche und lassen ihn und seinen Diener Cosme glauben, ein Kobold spuke im Haus. Nach zahlreichen Verwicklungen fordert Don Juan den Freund Manuel sogar zum Duell. Alles entwirrt sich aber am Ende und Dona Angela und Don Manuel werden ein Paar.

Rudolf Steiner fasste seine Sichtweise einer gelungenen Theateraufführung einst so zusammen: „Die Hauptsache, das dürfen wir nicht vergessen, sind nicht diejenigen, die darstellen, nicht diejenigen, die die Dinge machen. Die Hauptsache sind die Zuhörer und Zuschauer.“

Die Theatergruppe, die sich der Philosophie Steiners verschrieben hat, zitiert weiter: „Die Hauptsache ist, dass durch die Seelen und durch die Herzen der Zuschauer ein gemeinschaftliches Leben geht.“

Infos & Karten

Spieltage: Freitag, 25. Juli und Samstag, 26. Juli, jeweils 19 Uhr

Kartenreservierungen: unter 0676/94 14 616 oder E-Mail

wolfgang@odysseetheater.com