Team Grabern: „Ich pack’s noch nicht!“. Herbert Leebs ÖVP verlor fünf Mandate, die SPÖ eines. Das „Team“ besetzt künftig sechs Sitze im Gemeinderat.

Von Sandra Frank. Erstellt am 29. Januar 2020 (05:49)
Großer Wahlsieger: Das „Team Gemeinsam für Grabern“ trat mit Frontmann Hubert Hofstetter (6.v.l.) erstmals zur Wahl an. Die Abspaltung der ÖVP schaffte auf Anhieb sechs der 19 Mandate.
Team Grabern

„Ich pack’s noch gar nicht!“ So reagierte Hubert Hofstetter, Listenerster vom „Team Gemeinsam für Grabern“, als feststand, dass sein Team gleich mit sechs Mandaten (30,1%) in den Graberner Gemeinderat einziehen wird. „Wir haben mit vier Mandaten geliebäugelt“, spricht er über die Prognosen vor der Wahl. „Dass wir gleich sechs Mandate schaffen, das ist echt ein Wahnsinn!“ Der Antritt der Liste kostete die ÖVP fünf ihrer bisherigen 15 Mandate, mit 54,5 Prozent halten die Schwarzen an der absoluten Mehrheit aber fest.

Die ÖVP verlor zwar mehr als 20 Prozent, Bürgermeister Herbert Leeb fuhr aber bestes Vorzugsstimmenergebnis ein.
NOEN

Das Ergebnis in Grabern sei ein Spiegelbild der Stimmung der Gemeinde in den vergangenen sechs Monaten. So die Analyse von ÖVP-Spitzenkandidat Herbert Leeb. Er sprach am Wahlabend „von einem lachenden und weinenden Auge“, und das, obwohl seine ÖVP satte fünf Mandate (-20,7 %) eingebüßt hat. „Das Ergebnis ist so zu akzeptieren.“

Woher das lachende Auge rührt? „Ich habe noch nie so viele Vorzugsstimmen gehabt wie jetzt“, ist Leeb über sein persönliches Ergebnis erfreut. Für ihn zeigt sich damit, dass die Gemeinderatswahl auch eine Wahl für oder gegen den Bürgermeister gewesen sei.

„Wir werden so weiterarbeiten wie bisher – im Interesse der Bevölkerung“, sagt der Gemeindechef. Dass einige seiner ehemaligen Parteikollegen nun in der Rolle der Opposition sitzen werden, sei zwar eine neue Situation, Auffassungsunterschiede habe es aber bereits in den vergangenen Monaten gegeben, sonst wäre es ja nicht zur Trennung gekommen.

ÖVP-Leeb will mit allen zusammenarbeiten

„Wir sind alle erwachsene Menschen“, will Leeb mit den Gemeinderäten anderer Fraktionen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

So will auch das „Team“ arbeiten. „Gegenseitiger Respekt bei der Zusammenarbeit ist uns wichtig“, sagt Hofstetter, der sich bei Leeb für den fairen Wahlkampf bedankte. „Es geht nur gemeinsam.“ Warum eine Abspaltung der ÖVP dann überhaupt nötig war? „Wir haben uns entzweit, wie das eben manchmal so ist in einer Beziehung.“ Der ehemalige ÖVP-Mandatar meint aber, dass ein anderer Blickwinkel für eine gute Zusammenarbeit nicht schlecht sei. „Da kann vielleicht etwas ganz Geniales passieren“, blickt er zuversichtlich nach vorne. „Wir wollen etwas für den Bürger bewegen und kein politisches Hick-Hack.“

Die SPÖ von Christoph Schwarz hat zwar ein Mandat verloren, betrübt ist der 36-Jährige aber nicht. Er will für die Gemeinde weiterarbeiten.
NOEN

Der Erfolg der Liste kostete auch die SPÖ ein Mandat, diese fiel von vier auf drei Sitze herunter. „Ich bin, trotz der Verluste, die natürlich nie schön sind, zufrieden“, betrachtet Christoph Schwarz das Ergebnis nüchtern. Dank des starken „Teams“ habe die Opposition nun neun Mandate, die Bürgermeisterpartei zehn. „Wir werden weiterhin mit allen zusammenarbeiten“, ist Schwarz wichtig, die Gemeinde voranzubringen. Er und die Nummer zwei der roten Liste, Dieter Prindl, werden auf jeden Fall in den Gemeinderat einziehen. Wer das dritte Mandat übernehmen wird, ist noch offen, da sich aufgrund der Vorzugsstimmen eine Umreihung der Kandidaten ergeben hat.

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