Ortsdurchfahrt: Zeit der Künetten ist zu Ende. Sechs Monate war die Ortsdurchfahrt gesperrt, weil Einbauten erneuert, die Fahrbahn saniert und verkehrssicherer gemacht wurde. Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko durfte die wichtige Verkehrsader offiziell eröffnen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. Dezember 2019 (15:09)

Das Christkind bringe normalerweise kleine Sachen, wie eine Brio-Eisenbahn oder eine Carrerabahn für kleine Renntautos. „Der Bürgermeister muss besonders brav gewesen sein, weil er gleich eine ganz neue Straße bekommen hat“, scherzte Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko, als er die Wullersdorfer Ortsdurchfahrt, die Landesstraße 35, am Samstag feierlich eröffnete.

Richard Hogl ist froh, dass das Projekt fertiggestellt ist. „Danke an die Bevölkerung, ihr habt viel mitgemacht“, weiß der Bürgermeister, dass die sechsmonatige Sperre der Ortsdurchfahrt keine einfache Zeit war. Diese ist eine wichtige Verkehrsachse, in Wullersdorf fehle nämlich der klassische „Hintausweg“. 

Fahrbahn und Einbauten wurden erneuert

Die Fahrbahnsanierung nutzte die Gemeinde, um gleichzeitig den Kanal zu sanieren, die Wasserleitungen zu erneuern und die Leitungen für Breitbandinternet vorzubereiten. Hogl hofft, dass die Straße nun mehrere Jahrzehnte unangetastet bleibt. „Manchmal hat man ja das Gefühl, der Österreicher fühlt sich ohne Künette nicht wohl.“

Und mit Künetten mussten die Wullersdorfer lange leben. Immerhin wurden in den vergangenen Jahren die Landesstraßen im Ortsgebiet – L 35, L 39, L 1066 und L 1068 – saniert. Der Abschnitt kurz vor der Kreuzung L 35/L 1066 (Richtung Guntersdorf) bis zum Ortsende Richtung Immendorf war nun der letzte. Dieser kostete der Marktgemeinde Wullersdorf 270.000 Euro, 310.000 Euro finanzierte das Land NÖ.

"Ortsdurchfahrten sind immer ein Kompromiss"

NÖ-Straßenbaudirektor Josef Decker zeigte sich erfreut, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt in gutem Einvernehmen mit der Bevölkerung geschehen sei. „So etwas ist immer ein Kompromiss“, sprach er von verschiedenen Bedürfnissen von Landwirten, Bürgern und Gemeinde. Am Ende gehe es aber immer um die Sicherheit.

Dieses Großprojekt um insgesamt zwei Millionen Euro sei nur deswegen möglich geworden, weil „Richard sehr hartnäckig dafür gekämpft hat“, erzählte der Landesrat schmunzelnd. Letztlich sei es darum gegangen, den Ortsbewohnern mehr Lebensqualität bieten.

Von der Ortsdurchfahrt zum Schmankerlmarkt

Pater Godhalm durfte die neue Fahrbahn segnen und bedankte sich beim Bürgermeister, dass er sich dafür eingesetzt hatte, immerhin würden Straßen auch Menschen miteinander verbinden.

Nachdem die Jugendmusik Wullersdorf ihr letztes Stück gespielt hatte, ging’s ins Weingut Urban, wo heißer Glühwein, kühler Wein und Nussbrot auf die Festgäste warteten. Und weil Schleritzko noch Zeit hatte, besuchter er den Schmankerlmarkt am Wullersdorfer Hauptplatz. In den Wintermonaten sind die Schmankerl der Region – selbstgemachte Nudeln, Süßkartoffel-Produkte, Chilli-Soßen, Taschen und vieles mehr – im gemütlichen Gemeindesaal zu finden.