Hollabrunner Kampfkunst-Schule muss schließen. Die Hollabrunner „IWKA Kung Fu Schule“ wird mit Februar dauerhaft schließen, da der Betrieb aufgrund der Lockdown-Verlängerung und Planungsunsicherheit nicht mehr weitergeführt werden kann. Der Standort in der Fußgängerzone wird derzeit ausgeräumt. Vermieter Sascha Bauer bedauert das Schicksal der Betreiber sehr und fürchtet, dass es noch viele Unternehmer teilen werden.

Von Sandra Frank. Erstellt am 27. Januar 2021 (13:42)
Die Hollabrunner „IWKA Kung Fu Schule“ hat die verordnete Zwangspause nicht überlebt. Derzeit wird das Geschäftslokal ausgeräumt, die Schule wird nicht wieder öffnen.
Sandra Frank

Die Betreiber der Hollabrunner „IWKA Kung Fu Schule“, Stefan und Sonja Fried, teilten ihren Mitgliedern mit, dass die Schule aufgrund der Lockdown-Verlängerung mit Ende Februar dauerhaft schließen werde. „Alle, die dort trainiert haben, sind sehr traurig darüber“, erzählt ein Vater, dessen Kinder mit Begeisterung die Kung-Fu-Schule besuchten. Die Betreiber selbst wollten sich auf NÖN-Nachfrage nicht zur Schließung äußern.

Die Kung-Fu-Schule war in der Sparkassegasse 16 beheimatet. Erst im Vorjahr wurde vergrößert, damit zwei Gruppen gleichzeitig trainieren können, erinnert sich Vermieter Sascha Bauer. Ihn trifft die Schulschließung besonders, weil er Stefan Fried seit Kindesbeinen kennt. „Mir hat sein Schritt in die Selbstständigkeit gefallen“, sagt der Unternehmer. Jetzt musste er zusehen, wie das Werk seines langjährigen Freundes unverschuldet dahingerafft wird. „Das ist wirklich nicht schön“, sagt Bauer. Die Kung-Fu-Schule in der Fußgängerzone wird derzeit ausgeräumt, mit Unterstützung von Bauers Fitnesscenter „Topbody“. Soweit es geht, kommt er den Frieds entgegen. „Ich beharre nicht auf Kündigungsfristen und helf‘ beim Ausräumen.“

Bauer sucht keinen Nachmieter: „Wer soll jetzt ein Geschäftslokal mieten?“

Der Fitnessstudio-Betreiber sieht das Schicksal der Kung-Fu-Schule nur als Beginn. „In nächster Zeit werden noch einige Unternehmer an den Punkt geraten, an dem ihr Erspartes aufgebraucht ist und sie sich fragen müssen: Macht es jetzt Sinn, Schulden aufzunehmen?“ Denn die Planungssicherheit fehlt nach wie vor.

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„Ich mach‘ mir keine Illusionen. Wer soll jetzt ein Geschäftslokal mieten?“, sucht der Unternehmer nicht nach einem Nachmieter. Einen Leerstand wird es trotzdem nicht geben: „Wir vergrößern selbst.“ Die Trainingsfläche im Topbody wird somit erweitert. Durch die Umbauarbeiten kamen bereits Gerüchte auf: Einige fürchten, dass auch das Fitnesscenter krisenbedingt seine Pforten nicht mehr öffnen werde. „Stimmt nicht“, sagt Bauer im NÖN-Gespräch. Auch sein Unternehmen leidet stark unter der Zwangsschließung, aber: „Ich muss irgendetwas tun, um nicht durchzudrehen. Darum erweitern wir das Studio.“