Pfarre Haugsdorf feierte 700 Jahre. Die Weinbaugemeinde Haugsdorf zelebrierte mit hohem kirchlichen Würdenträger und Festmesse das 700-jährige Bestehen ihrer Pfarre.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Juli 2019 (11:47)

Bis ins 14. Jahrhundert war Haugsdorf in die Pfarre Wullersdorf eingegliedert. 1319 wurde sie zur selbstständigen Pfarrgemeinde. Dieses 700-Jahr-Jubiläum wurde am 30. Juni festlich begangen. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Kirche nahmen an der Feier teil. Besonderer Ehrengast war Kardinal Christoph Schönborn.

Die Pfarrgemeinde bereitete dem Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz einen herzlichen Empfang. Man spürte die große Freude unter den Gästen, die gekommen waren, um ihren Kardinal zu begrüßen und einige Stunden gemeinsam zu verbringen.

„In 700 Jahren – wie wird es hier aussehen?“

Nach der Begrüßung der Ehrengäste am Kirchplatz begann der Einzug in die Pfarrkirche, wo die Festmesse unter Mitwirkung von Kardinal Schönborn zelebriert wurde. Die musikalische Gestaltung übernahm der Kirchenchor von Haugsdorf.

In seiner Predigt an die Glaubensgemeinschaft fragte Kardinal Schönborn gleich zu Beginn: „In 700 Jahren – wie wird es hier aussehen?“ Fragen zur Zukunft der katholischen Kirche würden ihn in letzter Zeit sehr beschäftigen, zum Beispiel, wo und wie die Christen in der zukünftigen Welt leben würden. Ob es ihnen möglich sein würde, ihren christlichen Glauben frei auszuüben.

Aktuell werden 250 Millionen Christen weltweit aufgrund ihres Bekenntnisses verfolgt und Schönborn äußerte Dankbarkeit über die in Österreich garantierte Glaubensfreiheit.

Kardinal Schönborn mahnte zu mehr Bescheidenheit

In klaren Worten nahm der Kardinal zum Klimawandel Stellung und mahnte zu mehr Bescheidenheit im Lebensstil. Er selbst versuche zum Beispiel, weniger zu fliegen. Die Anliegen junger Menschen seien ihm eine Herzensangelegenheit und so erzählte er, wie er selbst im Alter von elf Jahren seinen Weg zu Gott fand. 

Anlässlich des Jubiläums erklärte er, dass es gut sei, wenn wir für die Vergangenheit dankbar sein können, es bräuchte aber auch den Blick in die Zukunft.

Pfarrer Placidus Leeb überreichte dem Kardinal am Ende der Messe eine Kerze und Wein mit Abbildungen von der Haugsdorfer Pfarrkirche, die von dem Maler Franz von Zülow gestaltet wurden.

Ehrengäste feierten nach Gottesdienst im sonnigen Pfarrgarten

Nach dem Festgottesdienst wurde unter blauem Himmel im Pfarrgarten weitergefeiert. Festredner waren Landtagsabgeordneter Richard Hogl, Bezirkshauptmann Andreas Strobl, Bürgermeister Andreas Sedlmayer, Pater Christian Blauensteiner (in Vertretung für Abt Georg Wilfinger, Stift Melk) und die Obfrau des Vereins Zülow in Haugsdorf, Gabriele Grötz.

Als weitere Ehrengäste konnten Bürgermeister Eduard Kosch (Pernersdorf), die Schuldirektorinnen Roswitha Zlabinger und Monika Müller, Ruth Hengl (Bücherei Haugsdorf), Helmut Wieser (Katholische Männerbewegung), die Altbürgermeister Johann Zechling und Johann Bauer sowie Reinhard Schachhuber (Diakon des Pfarrverbandes Pulkautal West) begrüßt werden.

Nach den offiziellen Ansprachen, moderiert von Pfarrer Placidus, wurde von den Kindern der Pfarre das Theaterstück „Die wunderbare Münze oder Zurück-Vorwärts“ (Text und Regie von Petra Schöllauf) aufgeführt.

700 Jahre Pfarrgeschichte im Überblick

Eine Ausstellung im Pfarrsaal mit zahlreichen Dokumenten und Fotos bietet einen prägnanten Überblick zur Pfarrgeschichte. Neben Pfarrer Placidus Leeb und Pfarrvikar Christoph Pfann waren vor allem Pfarrrätin Elisabeth Dastl sowie Vizebürgermeisterin Martina Böck mit der Organisation des Festes betraut.

Zum Abschied schrieb Kardinal Schönborn ins Gästebuch: „Ein Tag des Dankes, der Freude und Hoffnung auf eine gute Zukunft.“