Bezirk Hollabrunn: Moderne soll in Kirche einziehen

Erstellt am 09. Februar 2022 | 04:46
Lesezeit: 3 Min
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Der Hollabrunner Pfarrer Eduard Schipfer lädt Freiwillige ein, sich an verschiedenen Projekten in der Pfarre zu beteiligen.
Foto: NÖN-Archiv
Dechant Michael Wagner und Pfarrer Eduard Schipfer sprechen über die Schwierigkeiten der Kandidatensuche für Pfarrgemeinderatswahl.
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Dechant Michael Wagner, der die Göllersbachpfarren leitet, sieht im Pfarrgemeinderat ein wichtiges Instrument, um das Miteinander in der Pfarre zu fördern.

Eine große Herausforderung für das Gremium sei vor allem die gesamtgesellschaftliche Situation. Diese umfasse etwa die geringere Anzahl an Kirchengängern, die Ansprache junger Leute, die öffentliche Wahrnehmung der Kirche sowie die Umstrukturierung auf Pfarrgemeinde-Ebene. „Wir müssen uns überlegen, wie es gelingt, Leute in die Pfarren, die auch Orte der Begegnung und des Miteinanders sind, zu bringen und offen für Neues zu sein. Da hat der Pfarrgemeinderat viel Potenzial, stärker das Moderne reinzubringen“, schildert Wagner die größte Herausforderung. Die Repräsentation der eigenen Kirchengemeinden im Falle eventueller Zusammenlegungsprozesse sei sehr wichtig für die Vertreter im Pfarrgemeinderat.

„Es gibt viele, die sich gerne engagieren“

Kandidaten zu finden, sei jedenfalls nicht immer einfach. Denn die fünfjährige Amtszeit und die notwendige kontinuierliche Bereitschaft, sich in der Kirche zu engagieren, seien eine große Verpflichtung. „Es ist eine spannende Situation. Es gibt viele, die sich sehr gerne und kontinuierlich engagieren“, beobachtet der Dechant. Grundsätzlich sei die Situation aber in jeder Pfarre unterschiedlich und hänge auch von der Stimmung ab. „Da gibt es immer ein Auf und Ab“, erzählt der Geistliche. Zudem werde die Leistung der Pfarrgemeinderäte leider häufig unterschätzt.

„Wenn ich auf meine 37 Jahre als Priester zurückblicke, hat sich das gesellschaftliche und berufliche Leben schon sehr verändert“, sieht der Hollabrunner Pfarrer Eduard Schipfer darin den Grund, dass es immer schwieriger wird, Kandidaten für den Pfarrgemeinderat zu finden.

Doch leicht sei es generell nie gewesen, jemanden zu finden, der sich für fünf Jahre bindet und so lange Verantwortung übernimmt. Daneben gebe es jedoch erfreulich viele Zusagen von Freiwilligen, sich an Projekten zu beteiligen.

Gewählt wird österreichweit am 20. März, wahlberechtigt sind alle Katholiken ab 14 Jahren. In Hollabrunn gibt es übrigens auch die Möglichkeit einer Briefwahl. Ab 1. März können die Unterlagen dafür bei der Pfarre abgeholt werden. Die weiteren Möglichkeiten, an der Wahl teilzunehmen, sind breit gefächert, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Die ersten Termine gibt es bereits am 16.3. bei der Frühmesse, am 18.3. sowie am 19.3. vor dem Gottesdienst im Jugendheim.

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