Ein Baustein um 400 Euro: Projekt in Hollabrunn. Photovoltaik-Beteiligung ist für Hollabrunner bis 30. September möglich.

Von Hans Radl. Erstellt am 21. September 2019 (05:05)
eNu
Gaben den Startschuss fürs Sonnenkraftwerk: eNu-Geschäftsführer Herbert Greisberger, Stadtrat Josef Keck, eNu-Regionsleiterin Regina Engelbrecht, Bürgermeister Alfred Babinsky, Raika-Direktor Walter Pamperl und Projektleiter Leopold Schwarz.

Im Rathaus fiel in der ersten September-Hälfte mit einer Infoveranstaltung der Startschuss für das Hollabrunner Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsprojekt „Solar “. Bis 30. September ist es nun allen Interessierten möglich, sich Bausteine zu sichern.

„Mit dem Solar-Projekt gehen wir in Hollabrunn einen weiteren Schritt in Richtung einer nachhaltigen, auf erneuerbare Energie gestützten Zukunft. Wir wollen dabei Vorbild für andere Gemeinden sein“, eröffnete ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky den Infoabend.

Kern des Vorhabens ist eine 105 kWp (Kilowatt Peak) starken Solaranlage, die am Dach des neuen Kindergartens in der Josef Weisleinstraße sowie auf der Kläranlage entsteht. Ein kWp entspricht dabei einer durchschnittlichen Leistung von etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr.

„Wir möchten den Menschen zeigen, dass Photovoltaik eine echte Alternative ist, die unkompliziert umgesetzt werden kann.“Leopold Schwarz, eNu

„Das ist in etwa die Leistung, die eine Person im ganzen Jahr in einem Einfamilienhaus verbraucht“, erklärte Leopold Schwarz von der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu), der für das Photovoltaikprojekt in Hollabrunn zuständig ist. Die Leistung der Anlage erfolgt über 400 „Solar-Bausteine“, die jeweils einem PV-Modul von 1,5 Quadratmetern entsprechen. Interessierte Bürger, die in das Projekt investieren wollen, können sich mit mindestens zwei und maximal zehn Bausteinen beteiligen. Ein Baustein hat einen Wert von 400 Euro.

Nach Vergabe aller Bausteine werden die Investoren informiert und angewiesen, bei der Raiffeisenbank ein Sparbuch mit der jeweils reservierten Einlage zu eröffnen. Mit Eröffnung der Sparanlage wird die Beteiligung an der Anlage erworben. Die Einlage ist auf fünf Jahre gebunden. „Nach Ablauf der Zeit wird sie mit einer garantierten jährlichen Verzinsung von 3 % zurückgezahlt“, erläuterte der zuständige ÖVP-Stadtrat Josef Keck, der das Hollabrunner Sonnenkraftwerk beim Infoabend vorstellte.

Mit der Anlage sollen insgesamt 19.000 Kilogramm CO pro Jahr eingespart und eine Strommenge vergleichbar mit dem Verbrauch von 30 Haushalten erzeugt werden. „Das Projekt ist ein Schritt in die Zukunft. Wir möchten den Menschen zeigen, dass Photovoltaik eine echte Alternative ist, die auch von privaten Haushalten profitabel und unkompliziert umgesetzt werden kann“, betont Experte Schwarz, der vorrechnete, dass sich eine Anlage schon nach rund sechs Jahren über die eigene Stromerzeugung rentiert.