Polizei hebt illegale Drogenparty aus. Acht Streifen hielten 180 Feiernde fest, der Rest dürfte über Feldwege geflohen sein. Drogen waren mit im Spiel.

Von Christoph Reiterer und Karin Widhalm. Erstellt am 17. Juni 2014 (10:18)
NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Drei Suchtgift-Anzeigen wurden erstattet. Foto: Wodicka
Bürgermeister Manfred Marihart wunderte sich in der Nacht von Freitag auf Samstag über laute Musik in seiner Stadt. „Es kann ja nicht sein, dass man das Musikfest in Niederfladnitz derart rüber hört“, dachte er sich.

„Von überall sind sie gekommen – Burgenland, Deutschland“

Von seinem Vizebürgermeister Leo Ramharter erfuhr er dann, dass am Steinbruch in Pulkau offenbar eine illegale Rave-Party ablief. Der Gemeindechef schaltete die Polizei ein, die mit einem Großaufgebot anrückte.

Die Party dürfte bereits gegen Mitternacht losgegangen sein. Eine Anzeige sei jedoch erst am Samstagmorgen, um 7.30 Uhr erfolgt, wie Bezirksinspektor Richard Wagner bestätigt. Der stellvertretende Kommandant des Zellerndorfer Postens weiß, wie diese illegalen Rave-Feste zustande kommen: „Diese Leute fahren im ganzen Bundesgebiet herum, suchen nach abgelegenen Locations und vereinbaren dann alles im Internet.“

Ehe die Polizei eingriff, wurde noch der Steinbruch-Betreiber, die Firma Hengl, kontaktiert. Doch diese hatte die Party natürlich auch nicht genehmigt. Vor Ort wurden schließlich um die 500 Raver angetroffen. „Von überall sind sie gekommen – Burgenland, Deutschland“, berichtet der Bürgermeister.

Ein Teil dürfte über die Güterwege geflüchtet sein

Um der Lage Herr zu werden, wurden nicht weniger als acht Streifen zusammengetrommelt: Zellerndorf wurde von Geras, Brunn, Eggenburg, Horn (AGM), Guntersdorf (Diensthundeinspektion), Hollabrunn und Göllersdorf unterstützt. So sei es gelungen, 180 Feiernde namentlich festzuhalten und 60 Kfz zu erfassen. Die Zufahrt zum Gelände wurde kontrolliert. Allerdings, so Wagner, könne man über Güterwege auch nach Leodagger und Waitzendorf gelangen. Ein Teil der Meute dürfte sich auf diese Weise erfolgreich aus dem Staub gemacht haben.

Der vermeintliche Veranstalter und der „Getränkelieferant“ wurden angezeigt. Weiters gab es drei Anzeigen nach dem Führerschein- und drei nach dem Suchtgiftgesetz. Bezirkshauptmann Stefan Grusch ordnete die Einstellung der illegalen Party an. „Das hat dann ohne Widerstand funktioniert.“ Um 14 Uhr sei der Steinbruch schließlich „von Kfz, Mensch und Müll“ befreit gewesen.

„Ich muss der Polizei ein großes Lob aussprechen. Sie hat die Lage rasch unter Kontrolle gebracht“, erklärte der BH-Chef im NÖN-Gespräch. Gegen derartige Veranstaltungen müsse entschieden vorgegangen werden. Diese seien völlig illegal. Und: „Alles, was der Polizei an Drogen bekannt ist, ist gefunden worden.“