Architekturstudenten haben 20 Pläne für Retz. Architekturstudenten entwarfen sehr unterschiedliche Konzepte für die beiden historischen Häuser am Hauptplatz.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 20. März 2019 (04:11)
Donnerbauer
Die beiden historischen Stadthäuser der Familien Aujesky (l.) und Zottl (r.) wurden im Zuge eines Uni-Projekts von Studenten umgeplant. Viele unterschiedliche Ideen liegen am Tisch, Investoren fehlen noch.

„Trauen Sie sich, die rosa Brille aufzusetzen“, appellierte Regionalberater Josef Wallenberger an die rund 100 Retzer, die sich im Bürgersaal mit der Zukunft ihrer Stadt auseinandersetzten. In einem Impulsreferat machte er aufmerksam, dass Retz zwar eine konstante Bevölkerungszahl habe, aber trotz den jährlich rund 300 Zuzüglern könne „eine positive Wanderbilanz nicht die negative Geburtenbilanz ausgleichen“.

Deshalb müsse man attraktiver werden, um noch mehr Zuzug zu bekommen, so Wallenberger. Sogenannte „sanfte Standortfaktoren“ wie Kleinstkindbetreuung, öffentliche Erreichbarkeit, aber auch eine digitale Infrastruktur seien entscheidend, betont der Experte.

20 verschiedene Ideen wurden präsentiert

Darauf abgestimmt waren die Entwürfe, die Architekturstudenten der Technischen Universität Wien ein Semester lang für die beiden teilweise leerstehenden historischen Häuser geplant haben. Die ausgereiftesten wurden nun vorgestellt.

In unterschiedlichem Ausmaß baute man das „Aujesky-Haus“ und das „Zottl-Haus“ am oberen Hauptplatz am Papier um, sodass etwa eine Kinderbetreuungseinrichtung, Seniorenwohnen, ein Fahrradhotel, ein Regionenshop mit Lokal oder kleine Wohnungen Platz haben.

„Wir konnten 20 Arbeiten sichten. Wenn man so etwas kaufen würde, weiß ich nicht, welchen Wert das hätte“, zeigte sich Günther Hofer als Obmann des Vereins „Gut gemacht. Wirtschaft Retz“ von der Fülle der vorgeschlagenen Ideen begeistert. Nun würde man nur noch Investoren brauchen. Auch eine Crowdfunding-Kampagne sei vorstellbar, meinte Karl Breitenfelder, der sich seitens des Vereins um die Abwicklung des Projekts gekümmert hat.

Karin Peter, die als Projektleiterin der Diplomarbeitsbörse die Studenten mit der Stadt zusammengebracht hat, weiß, dass etwa in Strass und Neupölla von Studenten geplante Entwürfe teilweise umgesetzt werden. Allerdings sei das einfacher, wenn die Gebäude bereits in öffentlicher Hand seien, in Retz sind sie in Privatbesitz und auch zum Teil von den Besitzern bewohnt.

Auch sei es keine Aufgabe der Studenten, Budgetpläne zu erstellen, Vorgaben wie Denkmalschutz und Bauordnung seien jedoch sehr wohl berücksichtigt worden, erklärte Peter. Jedenfalls waren die Entwürfe bereits jetzt Denkanstoß und sorgten nach der Präsentation noch für Diskussionen.