Retz: Die „Geburt“ eines neuen Schulhauses. Der Rockenbauer-Platz wird mit dem neuen Zuhause für die Retzer Tourismusschule zum Schulcampus.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 06. September 2018 (04:41)
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Aus Alt wird Neu und mit einem Zubau ergänzt (v.l.): Helmut Koch, Eva-Maria Himmelbauer, Johann Heuras, Franz Maul, Barbara Sablik-Baumgartner, Catharina Maul und Richard Hogl.
Karin Widhalm

„Ich glaube, der Entwurf wird sie überzeugen, er ist wirklich gut“, wandte sich Barbara Sablik-Baumgartner, Direktorin der Tourismusschule, an Bildungsdirektor Johann Heuras. Die Öffentlichkeit erfuhr am Montag, wie die neue Tourismusschule aussehen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt verwahrte die Schulleiterin das architektonische Modell in einem Tresor.

Die Tourismusschule siedelt um, vom Seeweg zum Rupert Rockenbauer-Platz in die frühere Handelsakademie/Handelsschule. Daneben wird ein Zubau entstehen. Der Entwurf des architektonischen Vater-Tochter-Duos Franz und Catharina Maul kam den Vorgaben am nächsten und stach aus 30 Einreichungen hervor. Sie zogen die bestehende Mittelschule als Ausgangspunkt heran, aber auch die Stadt.

Catharina Maul: „Räumlich ist viel möglich“

Man habe deshalb einen Schulweingarten vorgesehen und von einem Flachdach abgesehen: „Wir haben Retz als Dachlandschaft wahrgenommen“, erklärt Franz Maul, der als junger Musikant einer Gastkapelle schon das Weinlesefest und Kellerleben erlebte.

Hauptzugang ist auf der Nordseite vis-á-vis der Mittelschule, durch ihn gelangt man ins neue Haus in Holz-Glas-Konstruktion mit Beschattungsmöglichkeit und sogleich in den halböffentlichen Bereich etwa mit der Lehrbar. Küchenbereich und Saal sind ebenso im Erdgeschoss, die Klassenzimmer im zweiten Stock. Das Stiegenhaus beim Eingang geleitet halbgeschossig ins sanierte Haus, wo der Lehrerbereich und darüber EDV-Räume untergebracht sind.

Der Zubau umschließt einen Innenhof. Über dem Speisesaal ist eine Terrasse vorgesehen, die als Pausenzone oder Freiluft-Klassenzimmer genutzt werden kann. Überhaupt: „Räumlich ist viel möglich, nicht nur für den Frontalunterricht“, führte Catharina Maul aus. Elf Klassen haben Platz. 260 Schüler suchen derzeit die Tourismusschule auf.

„Wir haben schon einige Jahre daran gearbeitet“, berichtete Bürgermeister Helmut Koch. „Das war eine lange Schwangerschaft, aber letztendlich erleben wir eine gute Geburt“, ergänzte Heuras. Er hält die Verflechtung verschiedener Schultypen auf engem Raum „für gscheit“. „Das wird hier gelebt“, weist er auf die Entstehung eines Schulcampus hin. Musik-, Mittel- und Tourismusschule befinden sich dann auf einem Platz.

Baustart könnte im nächsten Jahr sein

An planungstechnischen Feinheiten wird jetzt noch gefeilt. Sablik-Baumgartner rechnet mit einem Baubeginn in einem Jahr. Die zwei verbliebenen Klassen der Handelsakademie sind bereits in die Tourismusschule am Seeweg gewandert.

Das Architekturbüro gibt Baukosten von sechs Millionen Euro an. Der Entwurf stellt Heuras übrigens zufrieden: „Mir g’fallts nicht nur optisch, dahinter steht ein pädagogisches Konzept.“