Hunde-Community will Stadtrat Riepl ersetzen. Hundehalter würden lieber mit Stadtrat Scharinger zusammenarbeiten. Bürgermeister dazu: Riepl bleibt verantwortlich.

Von Sandra Frank und Christoph Reiterer. Erstellt am 16. August 2018 (06:14)
Der „Gemeine Stechapfel“ wütet immer noch in der Hollabrunner Hunde-zone. Die Benützer sind sauer. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister schlugen sie vor, Wolfgang Scharinger mit der Zuständigkeit zu betrauen.
Sandra Frank

Die Hundeauslaufzone in Hollabrunn entwickelt sich zum Dauerthema. Sie ist derzeit zwar geöffnet, allerdings wuchert der giftige „Gemeine Stechapfel“ immer noch.

„Der Bauhof fährt einmal in der Woche hin, um weiter zu flämmen“, erklärt der zuständige VP-Stadtrat Karl Riepl, dass das giftige Unkraut nicht beim ersten Mal verschwindet.

Den Benutzern des Areals hat’s jedenfalls gereicht, sie sprachen bei VP-Bürgermeister Erwin Bernreiter vor. „Wir wollten wissen, was er überhaupt von der Hundezone weiß“, sagt Hans peter Wenzl im Gespräch mit der NÖN.

„Er wusste nichts“, so die ernüchternde Erkenntnis der Hundebesitzer. Die Begründung des Stadtchefs: Er müsse sich eben auf seine Leute verlassen können. „Er hat uns in die Hand versprochen, dass die Hundezone im Herbst saniert wird“, berichtet Wenzl von dem Treffen.

Hundebesitzer wollen Scharinger als zuständigen Stadtrat

Enttäuscht ist er von Stadtrat Riepl. „Er macht nichts, er war noch nie bei uns unten.“ Weil die Hollabrunner mit ihm unglücklich sind, machten die Hundefreunde dem Bürgermeister einen Vorschlag: Er solle Stadtrat Wolfgang Scharinger (Bürgerliste) die Kompetenzen für die Hundewiese übertragen. „Man kann von ihm halten, was man will, aber wenn er sich einer Sache annimmt, dann zieht er’s auch durch.“ Laut Wenzl habe Bernreiter diesen Vorschlag in Erwägung gezogen.

Die NÖN fragte bei Scharinger nach, ob er noch Ressourcen für die Hundezone frei hätte. „Es ehrt mich natürlich, dass die Bürger sehen, dass ich mich um meine Ressorts kümmere“, gab er sich geschmeichelt. Sich der Hundezone anzunehmen, würde den Stadtrat reizen, aber: „Ressorts umverteilen kann nur der Bürgermeister.“

Scharinger ist bereit, „schwarze Pechsträhne“ zu beenden

„Ich bin öfter dort als die anderen Stadträte“, ist Scharinger überzeugt, der aber zugibt, in letzter Zeit auch selten am Hundeplatz gewesen zu sein. „Ich hatte Angst, dass ich die Prügel abbekomme, die eigentlich für andere bestimmt sind.“

Wenn ihm Bernreiter den Auftrag erteilen würde, sich um die Hundezone zu kümmern, wäre er jedenfalls bereit, die „schwarze Pechsträhne“ zu beenden. „Ich brauche dazu aber finanzielle Mittel“, hat Scharinger bereits eine Vorstellung. Außerdem würde er auf die Erfahrung seines Kollegen Sascha Bauer, der die Hundezone initiierte, zurückgreifen. „Es kann nicht sein, dass so ein kleiner Flecken Erde so viele Probleme macht – das ist sonderbar.“

Bauer befürwortet naturgemäß den Vorschlag der Hundebesitzer. „Ich habe in den letzten Jahren gesehen, dass Wolfgang Scharinger einer ist, dem die Bürger vertrauen.“ So verhalte es sich auch mit der Hunde-Community. Dass es mit Scharinger „ein ganz anderes Arbeiten wäre“, davon ist Bauer überzeugt. „Dass er in seinen Ressorts etwas weiterbringt, werden Bürger, egal welcher Ideologie, bestätigen.“

Riepl will Hundezone heuer noch sanieren

Dass er sich nicht um die Hundezone kümmere, will Riepl nicht stehen lassen: „Es gibt kein eigenes Budget für die Hundezone, das Geld zweige ich von der Grünpflege oder woanders ab“, betont er. Dieses Jahr sei alles zusammengekommen: Hitze, die Erde mit den Stechapfel-Samen. „Wenn du nix angreifst, passiert auch nichts ...“, seufzt er. „Wir werden auf jeden Fall heuer noch die Hundezone sanieren“, verspricht Riepl.

„Wir können den Stadtrat Scharinger ja runterschicken, damit er den Stechapfel händisch rauszieht“, meinte Bürgermeister Erwin Bernreiter auf die Frage, ob er es tatsächlich in Erwägung ziehe, hier die Verantwortlichkeit zu ändern. „Und bei mir kann er ihn am Acker auch gleich auszupfen“, sei auch er selbst in seinem Betrieb betroffen. Man bekomme dieses Unkraut nun einmal nur mit der Hand weg.

Bürgermeister stellt klar: Riepl bleibt verantwortlicher Stadtrat

Das Gespräch mit den Hundebesitzern, die bei ihm im Rathaus waren, sei aber sehr konstruktiv gewesen, betont Bernreiter auf NÖN-Nachfrage. Man sei so verblieben, dass man das Hundezonen-Projekt noch einmal ordentlich angehen werde und dass die Hundehalter auch selbst etwas dazu beitragen. „Aber erst im Herbst, denn bei dieser Hitze macht es keinen Sinn.“ Verantwortlicher Stadtrat für das Areal bleibt Karl Riepl.