Hollabrunn

Erstellt am 17. Januar 2017, 18:22

von Sandra Frank

Reaktionen aus dem Bezirk: „Das Leben geht weiter“. „Bleibt er, oder geht er?“, diese Frage ließ Landeshauptmann Erwin Pröll beim Neujahrsempfang der Bezirks-ÖVP unbeantwortet in der Ziersdorfer Mehrzweckhalle stehen.

Den Neujahrsempfang in Zierdorf nutzte die Bezirks-ÖVP, um den Landeshauptmann zu seinem 70er zu beschenken. Damals hofften Landtagsabgeordneter Richard Hogl, Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer und Bezirksgeschäftsführer Hans Gschwindl noch, dass Erwin Pröll Landeshauptmann bleiben und weiter von seiner Gattin Sissi (2.v.l.) unterstützt werden würde.  |  Franz Enzmann

Nur elf Tage später hat er sie doch beantwortet:  Erwin Pröll wird beim Landesparteitag nicht mehr antreten und somit das Amt als Landeshauptmann zur Verfügung stellen.

Einer, der sich beim Neujahrsempfang wünschte, Pröll solle „uns als Landeshauptmann noch lange erhalten bleiben“, war Landtagsabgeordneter Richard Hogl.

„Egoistisch, aus Sicht des Bezirks gesehen, wäre es besser, Erwin Pröll wäre noch geblieben“

Landtagsabgeordneter Richard Hogl

„Man muss seine Entscheidung nehmen, wie sie ist“, gibt sich der  Bezirksparteiobmann nun diplomatisch. Er gibt aber zu: „Egoistisch, aus Sicht des Bezirks gesehen, wäre es besser, Erwin Pröll wäre noch geblieben.“

Er verstehe aber, dass ein Mann mit 70 Jahren, der so viel für die Region und das Land geleistet habe, nicht mehr weiter macht. Hogl ist überzeugt, dass es auch nach Pröll gut weiterlaufen werde.

Die ÖVP sei gut aufgestellt. „Er hat noch nie etwas dem Zufall überlassen und das tut er auch jetzt nicht“, meint der Wullersdorfer Bürgermeister in Bezug auf Prölls Nachfolge.

Hans Gschwindl: „Das Leben geht weiter“

Hans Gschwindl arbeitete als ÖVP-Bezirksgeschäftsführer oft mit dem Landeshauptmann zusammen. „Das Leben geht weiter“, sagt er in einer ersten Reaktion. Schon beim Neujahrsempfang in Ziersdorf habe Pröll gesagt, dass er nach 37 Jahren in der Landespolitik und mit einem Alter von 70 Jahren  darüber nachdenken müsse, wie es weitergehe.

Nun habe er sich eben entschieden. „Er war echt lässig, schon lange, bevor ich Bezirksgeschäftsführer geworden bin, hab‘ ich gewusst, er ist ein Macher“, erinnert sich Gschwindl. Er ist allerdings zuversichtlich, dass der Nachfolger - oder die Nachfolgerin - das Land ebenso gut lenken wird, wie Pröll es in seiner Ära getan hat.

Walter Naderer: „Hat mich nicht überrascht"

„Dass er nicht mehr kandidiert hat mich nicht überrascht. Aber ich hätte mir schon gedacht, dass er die Feierorgie im Herbst noch abwarten wird“, spielt der parteilose Landtagsabgeordnete Walter Naderer auf das 25-Jahr-Jubiläum an, das Pröll als Landeshauptmann im Oktober gefeiert hätte.

„Viele Verantwortungsträger  sind nun erleichtert, weil ein Regime zu Ende geht“, ist der Limberger überzeugt.  Er habe zwar höchsten Respekt davor, was Pröll als Landeshauptmann für das Land Niederösterreich geleistet habe, aber „es  gibt andere Köpfe, die das Land lenken können“. 

Naderer hofft, dass nun endlich „wirklich mit allen kreativen Köpfen zusammengearbeitet“ werde. Das sei unter Pröll nicht möglich gewesen. „Er hatte das Ideenmonopol, dessen Quelle in Radlbrunn sprudelt und jetzt versiegt.“

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