Pulkau

Erstellt am 05. Dezember 2018, 04:23

Ex-Frau schwer misshandelt: „Man fragt sich: Warum?“. 31-Jähriger attackierte mit Schlägen und Tritten. Der mittlerweile dritte Pulkau-Vorfall im Familienverband stimmt den Bürgermeister nachdenklich.

„Ich bringe dich um!“, habe der Mann mehrmals gedroht.  |  Christelli

Ein 31-Jähriger hat in der Vorwoche seine 33-jährige Ex-Frau mit Tritten traktiert. Zwei Kinder mussten die Tat mitansehen. Bürgermeister Manfred Marihart stimmt die „Häufung der Vorfälle“ in Pulkau nachdenklich. „Man fragt sich: Warum? Wo kommt das alles auf einmal her?“. Im August eskalierte ein Vater-Sohn-Streit, kurz darauf griff eine 47-jährige Pulkauerin ihren Ex-Mann am Zellerndorfer Bahnhof an.

Gegen Gesicht, Rumpf und Rücken getreten

„Man wird auch darauf angesprochen – und man weiß keine Antwort“, führt der Gemeinde-Chef aus. Er ist sich aber sicher: „Toleranz und vernünftiges Reden sind Dinge, die absolut verloren gegangen sind. Die sozialen Medien tragen zu Eskalationen bei. Das ist anscheinend eine Wohlstandserscheinung, denn uns geht’s gut.“ Er hoffe, dass in Pulkau ruhige Zeiten anbrechen. Die Stadt sei eine, wo sonst mit dem Europahaus und der Aufnahme von Flüchtlingen Toleranz gelebt wird.

Marihart kennt die Familie nicht persönlich: Die 33-Jährige sei zu Schulbeginn nach Pulkau gezogen, auch der 31-jährige Beschuldigte sei kein Pulkauer. Er habe gemäß der Landespolizeidirektion nach einem wüsten Telefonat seine Ex-Frau aufgesucht und ihr, nachdem sie die Wohnungstür geöffnet hatte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sie an den Haaren gerissen und mit dem Kopf gegen einen Heizkörper geschlagen.

Als die Frau am Boden lag, habe er mit seinen Arbeitsschuhen – versehen mit Stahlkappen – gegen Gesicht, Rumpf und Rücken getreten. Zudem habe er ihr eine kleine Schnittwunde am Hals zugefügt und mehrmals gedroht: „Ich bringe dich um!“ Der Lebensgefährte der 33-Jährigen versuchte, den Mann aufzuhalten. Das gelang erst mit Hilfe eines Nachbarn.

Der Beschuldigte flüchtete, kehrte aber um, als ihm Einsatzfahrzeuge entgegenkamen. Bedienstete der Polizeiinspektion Zellerndorf nahmen ihn fest. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Einlieferung in die Justizanstalt Korneuburg ein.

Die 33-Jährige wurde schwer misshandelt in einem Landesklinikum aufgenommen. Die gemeinsamen Kinder (7, 10) des früheren Paares waren Zeugen der Attacke. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes kümmerte sich um sie. -kw-