Pfarre klärt auf: Baum-Monitoring statt Kahlschlag. Im Pulkauer Bründl wurden fünf Bäume gefällt. Darunter eine Linde mit Pilzbefall.

Von Sarah Marie Piskur und Christoph Reiterer. Erstellt am 10. Juni 2021 (05:16)
Beim Pulkauer Bründl wurden Bäume gefällt. Vermeintlich gesunde, wie ein Anrainer argwöhnt. Ludwig Fischer von der Pfarre Pulkau widerspricht.
Franz Enzmann, Franz Enzmann

Die Schattenspender rund ums Pulkauer Bründl haben zuletzt 2014 die Gemüter der Bürger erregt. Damals sollten bis zu 50 Bäume im Bereich der Kapelle Maria Bründl geschlägert werden. Das Vorhaben wurde gestoppt und stattdessen ein Baum-Kataster eingerichtet. Nun erreichte die NÖN der Anruf eines besorgten Anrainers. Es werde wieder geschlägert. Ludwig Fischer, stellvertretender Vorsitzender des Vermögensverwaltungsrates der Pfarre Pulkau, erklärt auf NÖN-Nachfrage die aktuelle Situation.

„Es geht hier nicht darum, wahllos irgendwelche Bäume zu fällen. Wir haben seit Jahren ein Baum-Monitoring. Dabei wird untersucht, ob zum Beispiel Totholz entfernt werden muss“, erklärt Fischer. Hier gehe es darum, die Sicherheit der Bevölkerung vor allem bei Messen auf dem Gelände zu gewährleisten.

„Wenn hier Messen gefeiert werden, ist es wichtig, dass den Gläubigen keine Äste auf den Kopf fallen." Ludwig Fischer

Heuer wurden insgesamt fünf Bäume gefällt; darunter eine alte Linde, die von einem Pilz befallen war. „Bei der Begutachtung heuer ist aufgefallen, dass der Pilz den Baum bereits stärker zerstört hat, als ursprünglich vermutet“, erklärt Fischer.

Die Pfarre versichert, dass im Bründl besonders auf den Einklang mit der Natur geachtet werde. Bäume, in denen Vögel nisten, werden nicht umgeschnitten. Das Baum-Monitoring werde beibehalten. Entfernt werden nur jene Bäume, die tatsächlich eine Gefahr darstellen.

„Wenn man schon umschneiden muss, dann sollte man ordentlich mit dem Holz wirtschaften und ordentliche Bäume nachsetzen“, fordert indes der Anrainer, der um die Zukunft des Bründls, wie es die Pulkauer kennen, fürchtet.