„First Responder“: Der Sanitäter von nebenan. Ein neues System ist im Aufbau: „First Responder“ für Erstmaßnahmen.

Von Michael Böck. Erstellt am 03. Dezember 2017 (06:06)
Vertrauen auf das First-Responder-System (v.l.): Herbert Goldinger, Anton Schwarz, Markus Goldinger und Martin Gartler.
Michael Böck

Die Notfallversorgung im Pulkautal ist gut: Binnen weniger Minuten ist ein Rettungswagen zur Stelle – und doch kann es zu spät sein. Das soll sich mit dem „First Responder“ in naher Zukunft ändern: Er kann noch schneller sein, weil er einen erheblichen Vorteil hat.

Einsatzgebiet wird lückenlos erschlossen

Die Rotkreuz-Ortsstelle Haugsdorf ist dabei, eine „First Responder“-Mannschaft auszubilden. Eine solche bewährt sich etwa schon rund um Hollabrunn. Das Team besteht aus ehrenamtlichen Sanitätern, die zusätzlich geschult und mit Notfallrucksack ausgestattet werden.

Um die Effektivität des Systems zu steigern, werden die aktiven First Responder nach Wohnort eingeteilt, sodass das Einsatzgebiet lückenlos erschlossen ist. Im Idealfall sollen jeder Großgemeinde immer mehrere First Responder zugewiesen sein, damit eine durchgehende Verfügbarkeit gewährleistet ist. Ist bei einem Notfall ein First Responder in der Nähe, so wird dieser separat alarmiert und kann bis zum Eintreffen der Kollegen im Rettungswagen lebensrettende Erstmaßnahmen durchführen.

Momentan befindet sich das System im Aufbau. Es gab bereits einige Schulungen, die über 30 freiwillige First Responder hervorbrachten. Die ersten Notfallrucksäcke konnten bereits übernommen werden, weitere sollen noch vor Weihnachten folgen.

Blut- und Sachspende bei Rotkreuz-Aktion

Ein Rucksack kostet etwa 200 Euro und enthält alle Komponenten für eine erfolgreiche Notfallversorgung: neben dem Standard-Erste-Hilfe-Set auch andere Materialien, etwa zur Beatmung oder Schienung. Bei der Blutspendeaktion in Mailberg nahm die Ortsstellenleitung einen gesponserten Notfallrucksack entgegen. Bürgermeister Herbert Goldinger finanzierte das wichtige Instrumentarium für seinen Sohn Markus, der selbst als First Responder für die Marktgemeinde im Einsatz sein wird.

Insgesamt kamen zur Blutspendeaktion am vergangenen Mittwoch 55 Personen in die Malteser-Volksschule. Die Ortsstellenleitung gratulierte in diesem Rahmen dem Mailberger Martin Grössinger, der zum 100. Mal sein Blut spendete.