Rad dreht sich weiter. ‘s Fahrradl im Schloss | Der Erhalt ist für 20 Jahre gesichert. Vereinsvorstand, Hausherr und Stadtgemeinde ziehen nun an einem Strang.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 29. April 2014 (08:39)
NOEN, Karin Widhalm
Die Zukunft des Fahrradmuseums sicherten (v.l.) Obmann-Stellvertreter Stefan Bralo, Bürgermeister Karl Heilinger, Obmann Fritz Hurtl, Tourismus-Stadtrat Reinhold Griebler und Schlossherr Matthias Suttner-Gatterburg. Foto: Karin Widhalm
Bleiben, gehen oder gleich zusperren? Jahrelang stand in der Schwebe, was mit dem Fahrradmuseum geschehen soll. Das Ende der öffentlich zugänglichen Sammlung im Schloss der Familie Suttner-Gatterburg schien greifbar. Nun ist alles wieder im Lot: Verein, Hausherr und Stadtgemeinde einigten sich über Standort- und Finanzierungsfragen. „’s Fahrradl im Schloss“ wird sogar erweitert.

Obmann Fritz Hurtl und die Vereinsmitglieder atmen auf: „Wir sind auf einen Nenner gekommen, dass haben wir im Dreier-Paket geschafft“. Der Verein schloss eine Vereinbarung mit Hausherrn Matthias Suttner-Gatterburg ab: Die Miete wird erhöht, dafür darf sich das Museum um 120 Quadratmeter ausbreiten. Der endgültige Vertrag wird gerade ausgearbeitet.

Stadtgemeinde hilft mit Investitionszuschuss

Die Stadtgemeinde hilft in den nächsten fünf Jahren mit einem Investitionszuschuss aus. Der einstimmige Gemeinderatsbeschluss liegt bereits vor. Und: Hurtl verpflichtet sich als Besitzer der Räder, diese dem Verein als Museumsbetreiber kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Das Museum befindet sich in einem Teil des früheren Schloss-Schüttkastens und wird um ein Drittel erweitert. Sonderausstellungen können darin abgehalten werden. Geplant ist auch, Toiletten zu errichten.

Die Vereinsmitglieder wollen für die Restaurierung des Zusatzraumes – vom Boden über die Wände bis zur Decke – viel an Eigenleistung erbringen. Überlegt wird auch, den Stiegenabgang zum Eingang rollstuhltauglich zu machen. Wichtig war dem Museumsverein, dass eine lang anhaltende Einigung erzielt wird. Die Verträge gelten daher bis zum 31. Dezember 2034, also 20 Jahre.

Die Übereinkunft ist – letztlich – doch rasch gelungen. Hurtl führt das auf das Engagement von Christoph Angerer zurück, der innerhalb kürzester Zeit das Gespräch mit Vereinsvorstand, Schlossherren und Stadtgemeinde suchte. Angerer wohnt von Zeit zu Zeit am Freihof seines Vaters Paul und ist langjähriges Mitglied im Verein des Fahrradmuseums.
 

Über das Museum

Entstehung: Das Fahrradmuseum ist auf Initiative von Fritz Hurtl mit freiwilligen Helfern unter dem Schüttkasten im Schloss Gatterburg entstanden. Die Ausstellung umfasst die Fahrradgeschichte ab 1820. Zu sehen sind Sammlerstücke wie Laufrad, Tretkurbelrad, Dampfdreirad (Modell), Hochrad und Niederräder bis zur heutigen Zeit.

Öffnungszeiten: Die Saison startet im Mai und endet im Oktober. Das Museum ist in diesem Zeitraum täglich von 14 bis 17 Uhr offen. Außerhalb der Saison (November bis April) können die Räder gegen Voranmeldung besichtigt werden. Tourismusverein Retz: ( 02942-2700, Fritz Hurtl: ( 0664-6431791

Zuckerl: Für NÖ Card-Besitzer ist der Eintritt ins Museum frei.