Weingut Pröll: „Sorte der Zukunft“ ist gesetzt. Das Weingut Pröll in Radlbrunn wird in drei Jahren die Trauben des pilzwiderstands-fähigen Donauveltliners zu Wein keltern.

Von Sandra Frank. Erstellt am 30. April 2021 (03:37)

„Der Donauveltliner ist die Sorte der Zukunft“, ist Jungwinzer Maximilian Pröll überzeugt. Die Weinsorte ist neu und im Bezirk wenig verbreitet. In der Vorwoche setzte das Weingut Pröll einen Weingarten aus. Auf 19 Reihen stehen 3.700 Rebstöcke, auf 760 davon wird der Donauveltliner wachsen.

Was macht diese Sorte so besonders? „Er ist eine pilzwiderstandsfähige Sorte, die mehltauresistent und nicht so fäuleanfällig ist“, nennt der Radlbrunner die Vorteile. Gerade die Fäulnis sei in der Riede Lehlen, dem Standort des neuen Weingartens, ein Problem: „Die Riede ist unsere Top-Lage, aber wenn es zu feucht ist, dann haben wir dort schnell ein Problem“, erklärt Pröll. „Der klassische Grüne Veltliner ist da leider sehr anfällig.“ Darum wurden auf der restlichen Fläche zwei Klone des Grünen Veltliners ausgesetzt. So kann der Jungwinzer die verschiedenen Sorten in drei Jahren, wenn der erste Wein aus der neuen Anbaufläche gekeltert werden kann, direkt miteinander vergleichen.

Maximilian Pröll (2.v.l.) erklärte den „Zaungästen“, die beim Weingarten- setzen zusahen – Andreas Pröll, Bürgermeister Hermann Fischer, Erwin Pröll und Andreas Ubl, Vizepräsident des SKN (v.l.) – worauf beim Setzen der Reben geachtet werden muss.
Sandra Frank, Sandra Frank

Der Donauveltliner, eine Züchtung der Weinbauschule in Klosterneuburg, ist eine Kreuzung aus dem pilzwiderstandsfähigen Seyval Blanc und dem Grünen Veltliner. Vom Geschmack her ähnelt er dem Grünen Veltliner, „er ist sehr vollmundig“.

Bevor die Rebschule Burger aus Langenlois in der Vorwoche ausrückte, um die frischen Reben zu setzen, konnte sich der Boden erholen. „Fünf Jahre ist hier kein Weingarten gestanden“, weiß Pröll. Klee und Zwischenfrüchte wurden dort angebaut, damit der ausgepowerte Boden wieder Humus bilden kann. Dieser wurde dann in die Erde eingeackert.

Rivaner räumte bei Weinbewertung ab

Trotz der neuesten GPS-Technik, mit der der Traktor der Rebschule ausgestattet ist, griffen Maximilian Pröll und sein Vater Andreas zum Maßband, um die Abstände zwischen den Reben und den Reihen nachzumessen. „Was wir heute setzen, steht die nächsten 40 Jahre. Da muss alles passen“, erklärt Andreas Pröll.

Was früher eine Woche und viel Manneskraft gekostet hätte, ist heute in etwa drei Stunden erledigt. Die Reben sind ausgesetzt und haben jetzt Zeit, Wurzeln zu schlagen.

Der richtige Abstand muss eingehalten werden – auch im Weingarten.
NOEN

Der Weingarten mit der neuen Sorte ist übrigens nicht das Einzige, womit das Weingut derzeit auf sich aufmerksam macht: Die „Vinaria“, Österreichs Zeitschrift für Weinkultur, verkostete für die aktuelle Ausgabe die Sommerweine des Jahres 2020. Hier schnitt der Rivaner aus dem Hause Pröll sehr gut ab, er wurde mit 15,6 von 16 Punkten bewertet. „Er schmeckt halt einfach sehr gut“, schmunzelt Altlandeshauptmann Erwin Pröll, der den Wein seines Neffen gut kennt – und gern trinkt.