Ein Riese, der Pinkelstein und uralte Namen. Einen außergewöhnlichen Weiterbildungsabend veranstalteten die Weinviertler Kellergassenführer in der Raschalaer Pinkelstein-Kellergasse.

Erstellt am 25. September 2017 (09:08)
Architekt Helmut Leierer führte höchstpersönlich durch die Pinkelstein-Kellergasse in Raschala.
Agrar Plus

Nach Führungen und dem „Pimperltheater“ von Ingrid Faltynek begeisterte Erich Broidl mit seinem Vortrag über die Flurnamen in Niederösterreich. Natürlich klärte er auch auf, welche Bewandtnis es mit dem Pinkelstein in Rachala auf sich hat.

Mit „Kellergassen-Papst“ Helmut Leierer und Antonia Judex tauchten 35 Teilnehmer in das vorbildlich renovierte Kellergassenensemble ein und es gab zahlreiche Tipps zur Renovierung oder Ausstattung der Presshäuser. Ingrid Faltynek spielte mit einem alten Tischpuppentheater eine Weinviertler Sage nach. Dem „Riesen aus dem Weinviertel“ haben demzufolge die Weinbauern ihre Existenz zu verdanken.

Regionalhistoriker und Volkskundler Erich Broidl erklärte, dass die Riedenbezeichnungen bis heute Orientierung im Gelände bieten und eine „sprachliche Landschaft“ bilden. Die Flurnamen sind laut Wissenschaft bis ins zwölfte Jahrhundert nachzuweisen, viele dürfte es schon im elften Jahrhundert gegeben haben. Die ältesten Urkunden der Stifte und Klöster nennen häufig Weingärten mit den noch heute üblichen Namen.

Nach lebhaften Diskussionen und einer zünftigen Kellerjause endete der mittlerweile 43. Weiterbildungsabend der Kellergassenführer im Weinviertel. Schon am 27.9. folgt das nächste Treffen in Poysdorf, wo es um das bekannte Schattauer Pflaster und verschiedene Pflasterungsarten in den Kellergassen geht. Anmeldungen dafür sind noch bei der Agar Plus GmbH in Hollabrunn möglich.