Erstellt am 21. Januar 2014, 23:59

von Christoph Reiterer

Ratten-Posse geht weiter. NIEDERHOLLABRUNN, HAUGSDORF / Gemeinde Niederhollabrunn lässt Haugsdorfer Schädlingsbekämpfer noch immer links liegen. „Ich habe genug von dem Wahnsinn“, seufzt Klaus Kapela.

Klaus Kapela (r.), im Bild mit seinem Anwalt Rainer Ebert, will die Angelegenheit endlich vom Tisch haben. Niederhollabrunns Anwalt Heribert Donnerbauer will hingegen noch ein Gespräch.NÖN  |  NOEN
Von C. Reiterer und C. Simon

 Mit der Bestätigung des Bürgermeisters, die ausstehende Zahlung in Höhe von 11.892 Euro in Auftrag gegeben zu haben, schien das monatelange Warten für Schädlingsbekämpfer Klaus Kapela endlich ein Ende zu haben. Doch der Haugsdorfer hat sein Geld immer noch nicht. Die Gemeinde machte einen Rückzieher und hat sich nun ihrerseits einen Rechtsbeistand gesucht: Heribert Donnerbauer, „nebenbei“ Bürgermeister der Gemeinde Hardegg, wurde zurate gezogen.

Für den Hollabrunner Rechtsanwalt Rainer Ebert ist das allerdings ein Rätsel. Sein Kollege hatte sich bis Montag, 20.1., nicht bei ihm gemeldet: „Ich wüsste aber auch nicht, was man bei einem rechtskräftigen Urteil noch reden sollte.“ Kapela hatte erfolgreich geklagt. Ein Exekutionsverfahren wurde eingeleitet. Im äußersten Fall wird das Gemeindeamt versteigert.

„Ich gehe davon aus, dass wir vernünftig zusammenfinden“

Die NÖN erreichte Heribert Donnerbauer am Donnerstagnachmittag. „Dass hier Rechtskraft erwachsen ist, ist gar keine Frage“, gibt der Anwalt zu. Dennoch will er offene Fragen klären, bevor Geld fließt. Er spricht von Missverständnissen und unklaren Rahmenbedingungen. Dass Niederhollabrunn die Frist für einen Einspruch verpasst habe, sei unangenehm genug.

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Der Rechtsanwalt kann sich sogar vorstellen, dass vorerst nur ein Teilbetrag ausbezahlt wird und der Rest dann, wenn alle Ungereimtheiten beseitigt sind. Dazu ist freilich das Einvernehmen mit der anderen Partei erforderlich. „Ich gehe davon aus, dass wir vernünftig zusammenfinden“, so Donnerbauer, der angab, sich noch am Montag mit seinem Kollegen Eber kurzgeschlossen zu haben und nun eine Rückmeldung erwarte. Was sagt Niederhollabrunns Bürgermeister Leopold Wimmer? „Die Überweisung war schon unterschrieben, doch Herr Donnerbauer wollte sich die Sache noch einmal genauer anschauen, bevor eine Zahlung erfolgt.“

„Die Witterung könnte für einen Schädlingsbekämpfer nicht besser sein“

Gibt es kein Einvernehmen, muss der volle Betrag bezahlt werden. „Allfällige Mängel oder andere Ansprüche“, die nicht im Gespräch auszuräumen sind, könnten dann wiederum von der Gemeinde gegengefordert werden. „Aber so weit sind wir noch lange nicht“, gibt sich Donnerbauer zuversichtlich. Zu 100 Prozent sicher sei, dass er es zu keiner Schätzung oder Versteigerung des Gemeindehauses kommen lassen werde.

Durch Klagswert und Exekutionsverfahren ist die offene Summe für die Gemeinde mittlerweile auf über 14.000 Euro angestiegen. An Kapela nagen indes Aussagen, dass er nicht ordentlich gearbeitet oder falsche Rechnungen ausgestellt hätte. Seit zwei Wochen, als er es mit dem „Fall“ sogar ins TV schaffte, seien die Aufträge auf null eingebrochen. „Die Witterung könnte für einen Schädlingsbekämpfer nicht besser sein. Also muss es andere Gründe geben.“

„Hier entsteht sozusagen ein doppelter Schaden“, nickt Rechtsanwalt Ebert. Eine Klage wegen Ruf- oder Kreditschädigung sei momentan aber noch kein Thema.