Handgemenge: Haftstrafe für zwei Kratzer. Angeklagter hatte nach Vorfall im Schmidatal am nächsten Morgen noch 2,8 Promille.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 05. September 2019 (05:18)
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Symbolbild

Ein kleines Handgemenge im Suff hatte für einen 30-Jährigen aus dem Bezirk Tulln nun drastische Folgen: Der Mann war im Mai dieses Jahres nach einer Feier in Ravelsbach unterwegs. Der Alkohol, nicht zuletzt Schnaps, floss in Mengen. Kurz vor Mitternacht soll der Mann dann so laut auf der Straße randaliert haben, dass ein Anrainer (52) hinauskam, um die Situation zu beruhigen.

„Er hatte sich das Leiberl ausgezogen. Ich hatte Angst um mein Auto und habe ihn aufgefordert, zu gehen“, schilderte der Zeuge am Bezirksgericht Hollabrunn. Der Angeklagte habe sich dann gebrüstet und ihm zwei Kratzer am Arm zugefügt. „Aber das ist ja nix“, winkte der 52-Jährige vor Richter Erhard Neubauer ab. Auch Schmerzensgeld wollte er keines. Doch weil die Polizei gerufen worden war, waren auch die beiden Kratzer als Körperverletzung zu werten.

Sicher war das Opfer, dass der 30-Jährige nicht mehr wusste, was er tat. Dieser hatte überhaupt keine Erinnerung mehr an den Vorfall und war derart betrunken, dass die Polizei keinen Alkotest vornehmen konnte. Die Beamten brachten den Mann ins Spital, wo in der Früh immer noch 2,8 Promille gemessen wurden.

„Jetzt trinke ich nichts mehr“, erklärte der Angeklagte reumütig. Der Richter verhängte schließlich eine dreimonatige Haftstrafe über ihn. Bei acht Vorstrafen sei eine Bewährungsstrafe nicht mehr möglich, erklärte Neubauer.