Pater vor Pension: „Manchmal spinnige Ideen toleriert“. Mit Dankgottesdienst feierte Pater Christian Blauensteiner mit seinen Ravelsbacher Schäfchen den Pensionsantritt.

Von Günter Rapp. Erstellt am 24. August 2018 (06:08)
Vom Pfarrgemeinderat der Pfarre Ravelsbach unter dessen stellvertretenden Vorsitzenden Friedrich Lehner (r.)erhielt Pater Christian Blauensteiner (2.v.r.) eine Luftaufnahme des Ortes.
Rapp

Nach 32 Arbeitsjahren als Pfarrer von Ravelsbach lud Pater Christian Blauensteiner vergangene Woche zu Maria Himmelfahrt zum „Dankgottesdienst mit Pensionshintergrund“. Denn der Seelsorger tritt mit 1. September in den Ruhestand, wird aber ab 1. November weiter im Pfarrhof wohnen und den Leiter des neuen Ordenspfarrverbandes, Pater Edmund Tanzer, unterstützen.

„Es freut uns, dass du uns in der Pfarre erhalten bleibst“

Bei dem von der Jugend Deutschmeisterkapelle Ravelsbach musikalisch gestalteten Festgottesdienst dankte Pater Christian Abt Georg Wilfinger, Altabt Burkhart Ellegast und seinen Mitbrüdern aus dem Stift Melk für die Unterstützung in all den Jahren.

Seinem Nachfolger als Leiter des Ordenspfarrverbandes, Pater Edmund Tanzer, dankte er für den Mut, den Verband mit den Pfarren Ravelsbach, Radlbrunn, Großriedenthal und Unterdürnbach zu übernehmen. Bereits 2015 wurde Pater Christian zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Ravelsbach ernannt. „Es freut uns, dass du uns in der Pfarre erhalten bleibst“, betonte Bürgermeister Walter Schmid.

Friedrich Lehner, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, sprach von einem „Pfarrer in Reichweite“, da Pater Christian Blauensteiner zwar mit 73 Jahren in Pension geht, aber eben doch greifbar bleibt. Als Erinnerungsgeschenk gab es eine Luftaufnahme Ravelsbachs. Von den Ministranten erhielt der scheidende Seelsorger ein T-Shirt mit den Namen der Mädchen und Buben.

Bevor es zur Agape – mit Schnitzelsemmeln und Getränken – in den Barockgarten ging, sprach Josef Streller weitere Dankesworte: „Es waren viele schöne Stunden in der Pfarre, trotz manch anfänglicher Skepsis.“ Die NÖN bat Pater Christian zum Gespräch.

„Danke für die schöne, ausgelassene Zeit“

NÖN: Wie würden Sie Ihr Verhältnis zur Marktgemeinde Ravelsbach beschreiben?

Pater Christian: Ich muss auch der Gemeinde unter Bürgermeister Walter Schmid danken. Ohne die Unterstützung der Gemeinde wäre das Pfarrzentrum nicht möglich geworden. Man hat meine manchmal spinnigen Ideen toleriert.

Wer hat Sie in all den Jahren in Ravelsbach in besonderer Weise begleitet?

Als guter Geist im Pfarrhof hat mich als Seelsorger Josef Streller stets unterstützt. Und Josef Kölbl machte sich nicht nur als Mesner und Pfarrmitarbeiter, sondern auch als geschickter Handwerker nützlich, zuletzt beim Bau der Gartenbahnanlage im Barockgarten. Nicht unerwähnt bleiben dürfen Martha und Ivan Harangozo, die als Haushälterin und Hausmeister den Pfarrhof hervorragend betreuen. Den Organisten, dem Kirchenchor, Lektoren, Ministranten und Verantwortlichen für den Kirchenschmuck gebührt besondere Anerkennung.

Verraten Sie uns etwas, das Ihnen spezielle Freude bereitet hat?

Besonders erwähnen muss ich das Ravelsbacher Pfarrtheater, bei dem ich sogar oft als Darsteller mitwirken durfte. Danke für die schöne, lustige und ausgelassene Zeit. Insgesamt 19-mal wurde im Pfarrhof Theater gespielt.

Sie hatten in den vergangenen 32 Jahren aber nicht nur die Pfarre Ravelsbach zu betreuen …

Seit 1986 bin ich in der Pfarre Ravelsbach tätig und habe seit 17 Jahren auch die Betreuung der Melker Pfarre Großriedenthal als Aushilfspfarrer übernommen.

Mit 1. September gehen Sie nun in Pension, werden aber als Aushilfspriester erst mit November tätig. Warum?

Im September und Oktober werde ich mich im Stift Melk aufhalten und dort meiner Funktion als Prior des Benediktinerstiftes widmen.