Kein Cent für Beinbruch?. Seit zwei Jahren hofft Walter Rotter auf eine Entschädigung, nachdem er bei einem Sturz am Supermarkt-Parkplatz eine schwere Verletzung erlitten hatte.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 23. Juli 2014 (07:11)
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Die Schweller am Parkplatz wurden – kurz vor der Gerichtsverhandlung – mit Farbe besser sichtbar gemacht.NÖN

HOLLABRUNN / Der 7. Juli 2012 war für den Wahl-Hollabrunner Walter Rotter (75) ein äußerst schmerzhafter Tag. Bei einem Sturz am Billa-Parkplatz brach er sich das linke Bein. Die Wunden sind verheilt, doch der Rechtsstreit dauert an.

16 Schrauben im Bein

Rotter hatte sich mit seinem Auto rückwärts eingeparkt. Beim Einladen der Waren stolperte er über einen Schweller. Sein linkes Bein brach. Im Klinikum Horn mussten ihm eine Platte und 16 Schrauben eingesetzt werden. „Bis 16. September bin ich nur im Bett gelegen, danach bin ich mit dem Rollator herumgehupft“, erzählt Rotter.

Die Leute in der Filiale seien sehr nett gewesen. Dennoch liege eine Verantwortung beim Unternehmen, meint der gelernte Fleischer. Auf einen Brief habe Billa nicht reagiert. Rotter klagte Schmerzensgeld ein. Im Mai kam es zu einer Verhandlung. Nur eine Woche davor seien die Schweller am Parkplatz schwarz-gelb lackiert worden …

Ende Juni folgte ein Lokalaugenschein

Nun wird noch auf ein medizinisches Sachverständigengutachten gewartet. Rotters Rechtsanwalt Dieter Berthold gibt sich zuversichtlich, was die Haftung für die Dauerfolgen und das Schmerzensgeld betrifft: „Es wird zwar ein Mitverschulden meines Mandanten geben, aber diese Schweller waren so errichtet, dass man sie nicht gesehen hat.“

Dem Opfer sei jedenfalls kein Cent angeboten worden. „Wir haben den Fall – wie üblich – an unsere Haftpflichtversicherung weitergegeben. Diese prüft, beurteilt und entscheidet, ob ein Grund für eine Versicherungsleistung vorliegt oder nicht“, so Pressesprecherin Ines Schurin.