Als die Welt zerfiel als Thema bei Sonderausstellung. Wie sich die plötzliche Grenze nach dem Zerfall der Monarchie auf das Leben in der Region auswirkte, wird beleuchtet.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 03. Juni 2019 (03:33)
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Eröffnung (v.l.):Abgeordneter Georg Ecker mit Lukas Kerbler, BeateZelnicek, Helene Schrolmberger, Karl Matousek sowie den Zeitzeugen Agnes Schleinzer und Hermann Jagenteufel.

Als vor 100 Jahren die Monarchie zerfiel, waren die Menschen in der Region fast über Nacht plötzlich Österreicher oder Tschechen. Grenzen wurden gezogen, die noch bis 1989 Auswirkung auf das Leben der Bürger haben sollten.

Diesen Einfluss beleuchtet die aktuelle Sonderausstellung des Museums Retz. „Wir wollen als lokales Museum bewusst solche Themen aufgreifen, die das Alltagsleben in der Region um Retz und Znojmo beleuchten“, erklärte der stellvertretende Obmann des Museumsvereins, Johannes Kranner.

Als Kuratorin wurde mit Julia Köstenberger erstmals eine externe Expertin beauftragt. „Mit dem Ersten Weltkrieg hat man sich bereits ausführlich beschäftigt. Doch die Folgen dieser Grenzziehung wurden noch wenig beleuchtet“, erklärt die Historikerin ihre Herangehensweise. Herzstück der Ausstellung sind Interviews mit 13 Zeitzeugen aus der Region, die in einem Video von ihren Erinnerungen an die Grenze erzählen.

Die Sonderausstellung ist zwei Jahre lang zu besichtigen. Zahlreiche Nebenveranstaltungen werden sich intensiver mit einzelnen Aspekten des Themas beschäftigen.