Retz

Erstellt am 08. November 2017, 04:14

von Karin Widhalm

Bäckerei Blei nach Insolvenz „wieder auf gutem Weg“. Die Bäckerei setzte Sanierungsplan um. Gläubiger stimmten Restschuldbefreiung zu. Blei will künftig auf bio setzen.

Der Sanierungsplan ging auf: Gerold Blei hat einen Weg aus der Krise gefunden, er kann mit seiner Familie weiterarbeiten.Widhalm  |  Karin Widhalm

Die Bäckerei Blei fand einen Weg aus ihrer Insolvenz: Die Schlussbesprechung des positiv beendeten Sanierungsverfahrens war am 20. Oktober. „Es geht weiter“, blickt Geschäftsführer Gerold Blei positiv in die Zukunft. „Wir sind jetzt wieder auf einem guten Weg.“ Das ermöglichte auch ein umgesetzter Sanierungsplan.

Einiges veränderte sich: Der Filiale in Pulkau wurde der Riegel vorgeschoben. Die Touren der Verkaufswägen wurden reduziert. „Statt drei gibt’s nur mehr zwei Runden“, erklärt Stefan Tiefenbacher, Stellvertreter des Masseverwalters. Die Kanzlei Lachinger Rechtsanwälte aus Korneuburg war für die Vermögensverwaltung während des Verfahrens zuständig.

Buchhaltung macht die Firma nicht mehr selbst

Die Buchhaltung wurde zu einem Steuerberater ausgelagert, Abläufe wurden umorganisiert. Vier Mitarbeiter mussten den Betrieb verlassen. Das Sortiment ist ein wenig kleiner, einiges wird nur saisonal verkauft. „Sonst schaffen wir’s nicht“, sagt Blei.

Die Firma muss innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent der Schulden bezahlen: Die erste Rate liegt bei sechs Prozent, dann folgt laut Tiefenbacher eine zweite Phase mit viermal 3,5 Prozent. Die Mehrheit der Gläubiger stimmte dem und der folgenden Restschuldbefreiung zu. Eine Einigung zu finden, war meist „unkompliziert“: „Die Firma Blei war bemüht, möglichst alle ins Boot zu holen. Das ist großteils gelungen“, so Tiefenbacher. Er gibt den Tipp, sich einer Krise frühzeitig zu stellen.

Was wird die Zukunft bringen? „Wir werden mehr auf bio setzen“, erzählt Blei. „Das ist relativ leicht, weil wir mit Eigenmischungen arbeiten“, führt er aus. Aber: „Der Wareneinsatz ist höher, deswegen zögern wir noch.“ Man will zuerst einzelne Backwaren mit biologischen Zutaten anbieten.