Baustopp für Ex-Stadträtin wegen anonymer Beschwerde. Wegen einer vergessenen Fertigstellungsanzeige, stoppte die Gemeinde nun die Renovierung der alten Windmühle von SPÖ-Politikerin Susanne Schnopfhagen-Metzger.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:49)
Die Renovierung der ehemaligen Windmühle am Kalvarienberg erregte die Aufmerksamkeit eines besorgten Bürgers.
Enzmann

Die frühere SP-Stadträtin und jetzige stellvertretende Vorsitzende der SPÖ Retz wurde durch einen „besorgten Bürger“ anonym bezichtigt, ihr Turmgebäude neben der bekannten Windmühle illegal renoviert zu haben. Die Fassade wurde kürzlich erneuert, die Fenster wurden getauscht.

Auf Anfrage teilte Bürgermeister Helmut Koch (ÖVP) mit, dass die Bewilligung für den Umbau des Gebäudes am Kalvarienberg im November 2007 erteilt wurde und bis zum heutigen Tag kein Bauführer namhaft gemacht wurde. Unter Denkmalschutz stehe das Gebäude nicht.

„Es handelt sich um die erste gemauerte ehemalige Windmühle, die bereits 1773 errichtet wurde“, erklärt Besitzerin Susanne Schnopfhagen-Metzger. Bereits 2007 hatte ihr Vater einen Innenausbau in Eigenregie begonnen. „Daher hat er keinen Bauführer bekannt gegeben. Leider schickten wir dem Bauamt keine Fertigstellungsmeldung über diese Arbeiten. Jetzt, im Mai, bekam ich als Liegenschaftseigentümerin einen Bescheid über die Einstellung der Baustelle“, empört sich die ehemalige Stadtpolitikerin.

Zur momentanen Situation merkt sie an, dass sie einen Bausachverständigen (Name der Redaktion bekannt) im Jänner 2019 telefonisch noch vor der Fassadenrenovierung und dem Fenstertausch kontaktierte. „Er meinte, wenn wir nur die Fassade erneuern und die alten Fenster austauschen, bedarf es weder einer Bauanzeige noch der Bekanntgabe eines Bauführers an das Bauamt“, berichtet Schnopfhagen-Metzger. Der zitierte Sachverständige kann sich an das Telefonat nicht mehr erinnern und möchte darüber keine Auskunft erteilen. Er habe mit dieser Bausache nichts zu tun.

Im Zuge der Fassadenerneuerung sei nun auch die alte Außenstiege aus den 1970er-Jahren entfernt worden. „Einen Einreichplan für eine Freitreppe habe ich bereits anfertigen lassen“, weist Schnopfhagen-Metzger hier jede Kritik von sich.

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