Besinnliches zum Festivalsommer-Auftakt. Die Ouverture Spirituelle hat Alexander Löffler an den Anfang des Festivals gesetzt, das mit der Uraufführung von „Maria Magdalena“ seinen Höhepunkt erreichen wird.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. Juni 2019 (06:10)
Präsentierten in St. Pölten das Programm des Festival Retz: AndreasSchüller, Monika Steiner, Ursula Langmayr, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Alexander Löffler und Wolfram Wagner.
Erich Marschik

In diesem Jahr bildet erneut eine Ouverture Spirituelle den Auftakt zum Retzer Festivalsommer. Dank eines Vermächtnisses des unlängst verstorbenen ehemaligen Vizebürgermeisters und vormaligen Festivalpräsidenten Karl Burkert und mithilfe großzügiger Spenden aus dem Kreise der Trauerfamilie konnten renommierte Musiker zu dieser kleinen, aber hochkarätigen Konzertreihe eingeladen werden.

Als Termin für das musikalische Vorspiel zum eigentlichen Festival, das im Juli mit der Uraufführung von Wolfram Wagners „Maria Magdalena“ gekrönt wird, wurde abermals das Pfingstfest gewählt, ist es doch von seiner Wesensart her jenes christliche Fest, an dem das Mysterium des Geistes, das Wunder der Spiritualität zelebriert wird.

So sind es auch Meisterwerke sakraler Musik vom Barock bis zur Gegenwart, die den dreitägigen Veranstaltungsreigen im Dominikanerkloster kennzeichnen, der in grenzüberschreitender Partnerschaft mit dem Concentus Moraviae, der auf Einladung der Stadtgemeinde zu Gast ist, gestaltet wird.

Am Vorabend zum Pfingstfest, am 8. Juni um 18 Uhr, gestalten der Countertenor Nicholas Spanos, die Bratschistin Elżbieta Sajka-Bachler und der Organist Matthias Krampe einen Gottesdienst mit sakralen Kompositionen der barocken Meister Mayr, Telemann und Händel.

 Originalklang mit einem neuen Barockmusik-Star

 Maddalena del Gobbo wird zu Recht als aufgehender Stern der Barockmusik-Szene gefeiert. Gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern Robert Bauerstatter auf der Viola und David Pennetzdorfer auf dem Violoncello präsentiert sie am 8. Juni um 21 Uhr in der stimmungsvollen Apsis der Dominikanerkirche Kompositionen von Haydn, Lidl und Tomasini.

Das mit dem auf Originalklang-Instrumenten musizierenden Pandolfis Consort Wien gestaltete Programm des Countertenors Nicholas Spanos, ein regelmäßiger Gast beim Festival, stellt eine Vertonung des mittelalterlichen Trauergedichtes „Stabat Mater“ durch Antonio Vivaldi in den Mittelpunkt des Konzertes am 9. Juni um 20 Uhr.

Den Abschluss der Ouverture Sprituelle am 10. Juni um 18 Uhr bildet das kolumbianische Streichquartett Q-Arte, das gemeinsam mit dem Concentus Moraviae gastieren wird. Seit seiner Gründung im Jahr 2010 widmet Q-Arte sich intensiv der Erforschung und der Interpretation lateinamerikanischer und zeitgenössischer Musik.

Beim Konzert „Apasionado“ in der Dominikanerkirche werden kammermusikalische Raritäten von Villa-Lobos, Ginastera und Piazzolla zur Aufführung kommen.