„Bleibt so!“: Zur Schulrätin ernannt. Maria Preyer und Silvia Soeparno erhielten bei einem feierlichen Festakt in der Volksschule eine hohe Auszeichnung.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 28. November 2017 (10:55)

Maria Preyer und Silvia Soeparno unterrichten seit vielen Jahren an der Volksschule – und dürfen sich nun Schulrätinnen nennen. Aber was bedeutet der Titel eigentlich?

Diese Frage stellte Pflichtschulinspektorin Christine Edlinger den Kindern. „Wenn man lange Lehrer ist“, antwortete ein Schüler – und brachte damit alle zum Lachen. „Ja und nein“, erwiderte die Fachinspektorin für Religion. „Eine ganz junge Lehrerin kriegt die Auszeichnung nicht.“

Um dem auf den Grund zu gehen, hielt sie die einzelnen Buchstaben des Wortes „Schulrätin“ in die Höhe. „Super“, kam als Wortmeldung von den Kindern. Oder: „Champion“, „cool“ beim „C“. Sprich: Herausragende Leistungen werden mit der Verleihung gewürdigt.

Maria Preyer begann ihre Laufbahn als Volksschullehrerin und Erzieherin, bevor sie heiratete und zwei Söhnen das Leben schenkte. In dieser Zeit war die Retzerin in der Pfarre aktiv. „Ich glaube, sie hat sich damals gedacht: Ich möchte den Kindern mehr über Jesus erzählen.“ Preyer studierte an der religionspädagogischen Akademie und unterrichtet seit 1988 das Fach.

Aus Berichten der Inspektoren sei ersichtlich, dass Preyer die geforderte Leistung stets überschritten habe. Edlinger las Ausschnitte vor. „Das ist jedes Mal eine römisch Eins“, erklärte sie den Kindern. „Und jedes Mal, wenn ich zu ihren Direktoren gekommen bin, hörte ich nur Lob.“ Preyer hat viele Projekte initiiert und begleitet: Dass Retz Pilgrimschule ist, gehört dazu.

„Kann von Kindern das erwarten, was ich lebe“

Pflichtschulinspektor Josef Fürst ging auf Soeparnos Werdegang ein. 1977 legte sie die Reifeprüfung ab und trat nach zweijähriger Ausbildungszeit ihren Dienst an. „Sie ist vor allem für Kinder da, die besondere Bedürfnisse haben.“ Die Zusatzprüfung für Sonderschule war naheliegend. Er ergänzte noch zwei Buchstaben: W wie Wertschätzung und V wie Vorbild. „Ich kann von den Kindern nur das erwarten, was ich selbst lebe.“ Soeparno bringt sich ein, sodass die Volksschule bei Weinlesefest und Kürbisfest vertreten ist, oder organisiert den Kindermaskenball.

Direktorin Susanne Zlöbl gratulierte mit persönlichen Worten: „Ich hätte nichts dagegen, wenn ihr uns noch Jahrzehnte unterstützt.“ Sie erzählte von einem sehr wertschätzenden und ehrlichen Umgang. Das sei wichtig, weil das Klima im Team positiv beeinflusst wird. „Ihrer Arbeit gehen sie tagtäglich mit Freude nach und sie haben einen ungebrochenen Fortbildungswillen. Ich möchte euch ganz ehrlich sagen: Bleibt so!“

Preyer und Soeparno bedankten sich mit einem humorvollen Reim, der ihren Schulalltag beschrieb, und luden alle in den Retzbacherhof.