Vergewaltigung: „Mord an Kinderseele“. Schmerzensschreie und Tränen des Opfers ließen drei Brüder (14-, 15- und 17-jährig) aus Retz kalt: Gnadenlos vergingen sie sich nacheinander an einem erst siebenjährigen Buben.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. September 2014 (10:08)
Richter Rainer Klebermaß zu dem Trio: »Ein beispielloser Fall von Rohheit und mangelnder Empathie.«
NOEN, NÖN
Regungslos, ohne erkennbare Emotionen, vernehmen drei Brüder (heute 17-, 18- und 19-jährig) aus Retz die schweren Vorwürfe gegen sie: Vergewaltigung und sexueller Missbrauch eines erst siebenjährigen Buben.

Über Übernachtungsgast hergefallen

Das Trio gibt zu, am 11. Februar 2012, im Alter von 14, 15 und 17 Jahren, über einen siebenjährigen Übernachtungsgast hergefallen zu sein. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit geht es dann ins Beweisverfahren.

Bei der wieder öffentlichen Urteilsverkündung lassen die sichtlich betroffenen Gesichter des Schöffensenates und der Anklägerin Elisabeth Böhm erahnen, welch grausame Schilderungen sie zu hören bekommen hatten, welche Qualen der kleine Bub durchleiden musste.

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NOEN, NÖN

„Unbedingt notwendig, dass ihr ins Gefängnis geht“

Richter Rainer Klebermaß fasst es in klare Worte für das Trio: „Ein Akt der brutalen Gewalt und Machtdemonstration. Ein beispielloser Fall von Rohheit und mangelnder Empathie. Hier ist wahrscheinlich eine Kinderseele ermordet worden. Ihr habt zwar formal ein Geständnis abgelegt, aber selbst heute, Jahre nach der Tat, zeigt ihr kein Mitgefühl. Ihr habt es auch nicht für notwendig befunden, euch für die grausame Tat zu entschuldigen. Es ist unbedingt notwendig, dass ihr ins Gefängnis geht und einen Reifungsprozess durchmacht. Damit ihr erkennt, dass ihr euch nicht alles erlauben könnt.“

Das ältere Brüderpaar wird zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt. Für den 17-Jährigen setzt es 30 Monate, davon muss er zehn Monate absitzen. Die Urteile sind rechtskräftig.