Monika Steiner: „Wir sprechen dieselbe Sprache“

Mit Monika Steiner ist auch eine konstruktive Stimme aus den Reihen des Festivals Retz im neuen Theaterfest-Vorstand.

Erstellt am 09. Oktober 2021 | 05:36
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Zwischen Alexander Hauer, Monika Steiner, Werner Auer, Kristina Sprenger, Franz Brenner, Helmuth Kulhanek und Christine Bauer ging der Wechsel an der Spitze des Theaterfestes in Wien reibungslos über die Bühne.
Foto: Theaterfest Niederösterreich

Mit der Wahl eines neuen Vorstands für das Theaterfest NÖ endet die Ära von Langzeitobmann Werner Auer (seit 2009), der bereits zu Jahresbeginn bekanntgab, nicht mehr für eine weitere Funktionsperiode zur Verfügung zu stehen; seine Vorstandskollegen taten es ihm gleich. „In den letzten zwölf Jahren hat sich die Marke Theaterfest zu einem Qualitätssiegel entwickelt. Ich bin stolz, diesen erfolgreichen Verein in neue Hände geben zu können“, so Auer zu seinem Abschied.

Ab nun ist die Führung des Vereins zumindest für die kommenden drei Jahre deutlich weiblicher geprägt. Angefangen bei der neuen Obfrau Kristina Sprenger, die seit 2014 Intendantin der Bühnen Berndorf ist, wo sie auch regelmäßig auf der Bühne steht. „Ich übernehme einen sehr gut geführten Verein, der das Kulturgeschehen in NÖ im letzten Jahrzehnt entscheidend geprägt hat“, freut sie sich. Das neue Team mit zukunftsträchtigem Frauenanteil von 75 Prozent werde sich den Aufgaben mit viel Elan und Enthusiasmus widmen, so die bekannte Fernseh- und Theaterschauspielerin.

Neben Christine Bauer von den Nestroyspielen Schwechat, die als Obfrau-Stellvertreterin fungiert, und dem neuen Kassier Helmuth Kuhlanek (Sommerspiele Rosenburg) komplettiert Monika Steiner vom Festival Retz den neuen Vorstand als Schriftführerin. Die NÖN sprach mit der „Hausregisseurin“ der Retzer Kirchenopern über ihr Engagement beim Theaterfest.

NÖN: Was war Ihr stärkstes Motiv, sich im Vorstand des Theaterfestes NÖ zu engagieren?

Monika Steiner: Die Corona-Pandemie hat die Kunstbranche mit am härtesten getroffen. Der bisherige Vorstand hat das Theaterfest NÖ besonnen und konstruktiv durch die Krise gesteuert. Wir möchten diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen, mit dem besonderen Augenmerk darauf, in der Krise verlorenes Publikum zurückzugewinnen und die Dachmarke weiter zu stärken. Sich in die zukünftige Gestaltung kulturpolitischer Rahmenbedingungen in Niederösterreich einbringen zu dürfen, ist nicht nur eine reizvolle Aufgabe, sondern in Zeiten wie diesen für mich eine Notwendigkeit.

Wie beschreiben Sie Ihr persönliches Verhältnis zu Obfrau Kristina Sprenger?

Steiner: Kristina ist nicht nur eine wunderbare Schauspielerin, sondern auch eine erfolgreiche Intendantin. Erste Zusammenkünfte des neuen Vorstandes haben gezeigt, wie engagiert, ernsthaft und kompetent sich unsere Gruppe anstehenden Themen zuwendet. Wir sprechen sozusagen eine Sprache. Mit Kristina haben wir die ideale Person als Obfrau und zugleich das perfekte Gesicht für die Öffentlichkeit.

Gewinnt das Festival Retz durch Sie als Vorstandsmitglied mehr Gestaltungsspielraum?

Steiner: Es ist sicherlich vorteilhaft, auf diesem Wege mehr Aufmerksamkeit für unsere künstlerische Arbeit zu generieren. Ein gutes und wertschätzendes Verhältnis zur Kulturabteilung des Landes NÖ, zu den Kolleginnen und Kollegen der anderen Spielorte und nicht zuletzt zu unserer Landeshauptfrau wird das Festival Retz in jedem Fall aufwerten.

Welche aktuellen Zukunftsaufgaben würden Sie als die drängendsten für den neuen Vorstand bezeichnen?

Steiner: Wie bereits erwähnt, verbindet uns im neuen Vorstand eine konstruktive Zusammenarbeit in freundschaftlicher Atmosphäre. Wir begreifen die Krise auch als Chance, die Vernetzung der Spielorte des Theaterfestes Niederösterreich zu stärken, um die Attraktivität und Qualität der Dachmarke weiter zu steigern. Kulturpolitik, Verwaltung, Veranstalter, Künstlerinnen und Künstler müssen sich als Verbündete begreifen, um drängende Aufgaben, wie Nachhaltigkeit und Fair Play, in einer nahen Zukunft umsetzen zu können.