Neues Leben für alte Überseekoffer

Erstellt am 14. Dezember 2021 | 16:36
Lesezeit: 3 Min
Ob Bar oder gemütlicher Platz fürs Homeoffice: Jutta Itzinger zeigt in einer Ausstellung in Retz, was sie aus Koffern gemacht hat. Die Geschichte jedes Stücks erzählt die Designerin auf einem Flyer.
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In der ehemaligen Fahrschule, dem vormaligen Kunstraum Retz, ist wieder künstlerisches Leben eingekehrt: Gezeigt werden alte Übersee-Reisekoffer, die von der Designerin und Eventmanagerin Jutta Itzinger zu Kofferbars oder fürs Homeoffice umgestaltet wurden. 

Bezeichnet hat sie die Präsentation als ein „Pop up“ der Überseekoffer-Bars, wobei erstmals eine große Auswahl ihrer speziellen Koffersammlung ausgestellt ist. Das gesamte Geschäftslokal mit der großen Glasfront ist vom Boden bis zur Decke in sanftem Purpurrot ausgekleidet. Die geschickte Führung der unterschiedlichen Lichtquellen, die raffiniert im Raum positioniert sind oder direkt aus den geöffneten Koffern leuchten, sorgt für einen wahren vorweihnachtlichen Hingucker in der Stadt.

Wird das eine neue Bar? Oder ein Glasgeschäft?

„Während des Aufbaus wurde ich schon von neugierigen Vorbeigehenden gefragt: Wird das eine Bar? Und wann sperrt ihr auf? Wird das ein Glasgeschäft?“, lacht Itzinger, die sich sehr über so viel Interesse freut. Den Raum hat sie bis Ende Jänner vom neuen Eigentümer angemietet, und sie hofft, dass noch mehr Leute kommen, jetzt, wo der Lockdown zu Ende ist.

Wie kommt man eigentlich zu den vielen alten Koffern und auf die Idee, Koffer künstlerisch zu gestalten? „Ich habe vor einigen Jahren angefangen, diese alten Koffer zu sammeln, ohne, dass ich wusste, was ich daraus machen würde. Es ist gar nicht so leicht, solche Koffer noch zu bekommen. Dann kam Corona, und ich hatte plötzlich mehr Zeit, mich mit meiner Koffersammlung auseinanderzusetzen.“ 

Neue Funktion für ausrangierte Koffer

Einige Koffer sind beispielsweise mit Lustern aus den ehemaligen Wiener Sophiensälen und mit Spiegeln ausgestattet. „Diese alten Koffer haben alle ihre besondere Geschichte, und ich habe ihnen eine neue Funktion gegeben.“ Die Geschichten zu jedem einzelnen Koffer hat Itzinger in einem Flyer zusammengefasst.

Es gab viel Lob für die besondere Präsentation, auch vonseiten der Stadt. Die Vertreter äußerten sich sehr positiv darüber, dass das Lokal wie ein geöffnetes Schmuckkästchen auf die Straße hin leuchtet. „Grandiose Idee, die Kofferbar-Objekte in so einem ästhetischen Setting zu zeigen“, schwärmt etwa der Initiator des Genussmarkts im Retzer Land, Michael Vesely. Solche Projekte tun der Stadt gut und sollten eine Fortsetzung finden, meint er.

  • Besichtigt werden können die Kofferbars jeden Samstag von 13 bis 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: 0664/45 15556
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