Pappel-Allee weicht für die Sicherheit. Die Verkehrssicherheit sei laut der Straßenmeisterei nicht mehr gegeben. Eichen- oder Ahornbäume werden nachgepflanzt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 11. Februar 2015 (05:54)
NOEN, Widhalm
Reinhard Wiesböck, Herbert Panholzer (v.l.) und die Pappel-Allee neben dem Holzunternehmen Maresch.

Die Straßenmeisterei entschloss sich, Pappeln umzuschneiden. Sie sind vor geschätzten 35 Jahren alleeförmig entlang der L 1026 kurz vor der Stadt gepflanzt haben – und bereiten nach dem Eisbruch im Dezember besonders Sorgen. „Da ist extrem viel runtergebrochen von den Kronen“, erzählt Leiter Herbert Panholzer. „Das war für uns der Anlass.“

„Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben“

Nicht nur dieses drastische Witterungsereignis lässt großes Geäst auf die Straße fallen, immer wieder treten Probleme bei Stürmen und Gewittern auf. Baumkontrollor Reinhard Wiesböck befürchtet nun, dass mit dem Dezember-Eis nach außen hin nicht sichtbare frische Schwachstellen entstanden sind. „Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben“, sagt der Fachmann.

Die Pappel zählt zum Weidengewächs – und zu einem schnell wachsenden Gehölz. Die Bäume in Retz sind schon so hoch, dass die Wipfel kaum mit dem Kran erreicht werden. Die Flachwurzler können zudem für die Fahrbahn zu einem Problem werden, wenn die Wurzeln den Asphalt heben. Die Pappel ist ein beliebtes Nutzholz und wird gern als Windschutz gepflanzt.

„Wir möchten grünen Lebensraum erhalten“ 

Die Fällung wird jedem auffallen: Es handelt sich dabei um 25 Pappeln. Die Straßenmeisterei möchte bewusst im Vorfeld an die Öffentlichkeit gehen, um die Bürger über ihr Motiv vorab informieren zu können. „Wir sind nach wie vor bemüht, den grünen Lebensraum zu erhalten“, betont Panholzer.

Nachpflanzungen sind für ihn selbstverständlich, infrage kommen zurzeit Eichen oder Ahorn. Sie werden in einer Baumreihe gesetzt werden, zwei Meter Abstand zur Straße und drei Meter Abstand zu landwirtschaftlichen Flächen.

Die Straßenmeisterei kann seit 2012 auf das Wissen von Baumkontrolloren zurückgreifen. Zwei sind für Retz und sechs andere Straßenmeistereien zuständig. Sie versehen jeden Baum mit einer Nummer, die in einem Kataster aufscheint. Mit diesem Hilfsmittel ist nachvollziehbar, wie sich der Baum entwickelt. Die regelmäßigen Kontrollen scheinen auf. Im Gebiet der Straßenmeisterei Retz werden rund 3.000 Bäume betreut.