Pröll & Turrini: Erst Gegner, nun Freunde. Unterschiedliche Lebenswege und sehr kontroversielle Ansichten führten den Altlandeshauptmann und den Schriftsteller dennoch zu einer Freundschaft.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 06. Dezember 2019 (18:03)

In Retz trafen einst Altlandeshauptmann Erwin Pröll und der bekannte Schriftsteller Peter Turrini das erste Mal aufeinander. Nun präsentierten sie im Bürgersaal das Buch über ihre trotz aller Gegensätze gewachsene Freundschaft mit dem Titel „Zwei Lebenswege – eine Debatte“. Buchautor und Journalist Herbert Lackner leitete die Diskussion am Podium.

„In den 1970er-Jahren, als die Alpensaga gedreht wurde, war der Bauernbündler Erwin Pröll mein erbitterter Gegner“, schilderte Turrini. Später hörte er dessen Reden als amtierender Landeshauptmann an. Bei einer Spatenstichfeier im Althof kam es zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Männer.

„Ich sah den Peter unter den Gästen und nach dem offiziellen Teil ging ich auf ihn zu und wir kamen ins Gespräch“, erinnerte sich Pröll.

Unterschiedliche ideologische Pole

Aus dem gegenseitigen Zuhören entstand ein freundschaftlicher und respektvoller Umgang – und später das Buch.

„Wir sind ideologisch unterschiedlich gepolt, aber das Werk zeigt, wie aus einer Gegnerschaft eine Freundschaft entstehen kann“, sind sie sich einig. „Hier in Retz ist es bereits die 15. Buchpräsentation und wir wollen als Botschaft mitgeben, wie die Menschen in Zukunft miteinander umgehen sollen.“

Herbert Lackner gratulierten die beiden zum Talent, aus kontroversiellen Aussagen ein Buch zu machen. Ein Wort im Gespräch vergehe schnell, das gedruckte Wort bleibe.

Pröll kündigte an, ein weiteres Buch herausbringen zu wollen; sein Freund Peter Turrini wird ihn als künftigen Autor tatkräftig unterstützen.