Terminverschiebung: „Erschreckend & nicht verständlich“. Der verlängerte Lockdown hat den Zeitplan der „Wunderland-Affäre“ verändert.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 14. April 2021 (04:19)
Da greift man sich auch im „Wunderland“ auf den Kopf: Alice muss noch weiter auf ihr Publikum im Retzer Keller-Labyrinth warten.
Karasek

„Das ist unmöglich …“, sagt Alice im gleichnamigen Roman. Der verrückte Hutmacher kontert: „Nur, wenn man nicht daran glaubt!“

Unmöglich sind die Vorstellungen der „Wunderland“-Affäre auch nicht. Da der verlängerte Lockdown aber den geplanten Premierentermin verhinderte, soll dieser erst am 29. April stattfinden. Doch auch der wackelt gehörig. Die NÖN sprach mit Regisseurin Ursula Leitner über den organisatorischen Aufwand der Verschiebung und das Hingehaltenwerden.

NÖN: Wie problematisch ist die Terminverschiebung für Sie?

Ursula Leitner: Es ist nicht einfach; es wäre sogar einfacher, die gesamte Veranstaltung abzusagen. An der ganzen Organisation hängen das Publikum, die Darsteller, das gesamte Team muss zur Verfügung stehen: Maske, Kostüm, Technik und Bühnenbild. Proberäume und Veranstaltungsräume werden angemietet, die man dann entweder nicht mehr oder eben länger braucht. Da hängt ein Rattenschwanz dran, schon alleine was die Vermarktung betrifft.

Wie kooperativ sind Ihre Fördergeber?

Ursula Leitner: Mit den Fördergebern, der Kulturabteilung des Landes und der Stadt Retz, herrscht ein reger Austausch. Wir haben eine tolle Gesprächsbasis. Alle zeigen Verständnis und wir hoffen gemeinsam darauf, das Stück irgendwann spielen zu können.

Wie geht es Ihnen damit, dass für die Kulturbranche noch immer kein klarer Fahrplan besteht?

Ursula Leitner: Das ist einfach erschreckend und nicht verständlich. Ich glaube nicht, dass die Kulturbranche hier etwas Unmögliches verlangt. Wir verstehen, dass Gesundheit an erster Stelle steht, doch diese Unsicherheit bringt uns um. Alle zwei Wochen eine Produktion nach hinten zu verschieben, ist erstens ein enormer Aufwand und zweitens frustrierend. Für „Alice“ heißt das, dass wir auch immer nur etappenweise absagen können und dürfen.

Alle Infos: www.theater-retz.at