Retz

Erstellt am 05. Mai 2018, 17:43

von Karin Widhalm

Auftakt mit altem Rad . Das Retzer Fahrradmuseum öffnet bald seine Pforten und lud vorab Liebhaber zur kleinen Stadtrundfahrt.

Fritz Hurtl stellte für Willy und Verena Daubal (v.l.) ein historisches Doppelrad für die Fahrt rund um und durch Retz zur Verfügung.  |  NOEN

Verena Daubal wollte den Jahresauftakt des Fahrradmuseums am Samstag nicht versäumen, auch wenn ihr Vater Willy seit einem Jahr nicht mehr auf ein Rad steigt. Fritz Hurtl hatte eine Lösung parat: ein Doppelrad. Der 85-Jährige, einer der ältesten Teilnehmer, konnte so bei der Rundfahrt mit seiner Tochter an seiner Seite ein wenig mittreten.

Hurtl versammelte alte Bekannte um sich, um die Saison einzuläuten und einen Austausch untereinander zu ermöglichen. Die Gruppe bestand ausschließlich aus Sammlern und Liebhabern alter Räder. Diese reisten aus Achleiten, Regau und Schwertberg (Oberösterreich), Graz (Steiermark) oder Wien an. Über einen Gast freute sich der Obmann des Vereins „s’Fahrradl im Schloss“ besonders: Johannes Baum, ein großzügiger Unterstützer des Fahrradmuseums.

Ein Steyr-Waffenrad für einen großen Sponsor

Der Weiterbestand ist zu einem großen Teil ihm zu verdanken und noch heute ist Hurtl über diese Wohltat sehr gerührt. Er bedankte sich mit einer Überraschung und übergab Baum eine Kostbarkeit aus der Retzer Sammlung: ein Steyr-Waffenrad aus den 1950er-Jahren.

Tourismus-Chef Reinhold Griebler (r.) stattete den Gästen aus Oberösterreich, der Steiermark und Wien einen Besuch ab.  |  NOEN, Karin Widhalm

Tourismus-Chef Reinhold Griebler begrüßte die Gäste, erzählte von angestrebten Neubeschilderungen an Radwegen und betonte die gute Kooperation mit dem Verein. „Die Tendenz zu den Rennrädern ist wieder stark im Kommen“, berichtete er, um auf das Event „in velo veritas“ zu verweisen. Die Rundfahrt mit alten Rennrädern und alten Trikots findet heuer in Retz statt (9. und 10. Juni).

Eine herzliche Umarmung vonJohannes Baum. Er freute sich über das Steyr-Waffenrad.  |  NOEN

Hurtl erklärte schließlich die vier Kilometer lange Route der Stadtrundfahrt, mit der in die Saison gestartet wurde. Die Gemütlichkeit stand im Vordergrund: Vereinsmitglied Martin Riemel bereitete eine Labstation vor. „Übernehmen darf man sich nicht!“, lachte Hurtl – und schwang sich auf sein Rad.