Retzer Fest und die Vision zu offenen Grenzen. Schriftsteller und Musiker aus Österreich und Tschechien werden beim Festakt - am 13. Juli - des Retzer Festivals zu Gast sein, wenn es um den Fall des Eisernen Vorhangs geht.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 09. Juli 2019 (15:48)

Heuer jährt sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 30. Mal. Anlass genug für das Festival Retz am Samstag, 13. Juli, um 19.30 Uhr im Stadtsaal im Althof einen prominent besetzten Festakt zu veranstalten. Die NÖN verlost Karten dafür! 

Von Anfang an hat sich das Festival Retz das Motto „Offene Grenzen“ auf seine Fahne geheftet und es mit der Zusammenarbeit mit dem Hudební Festival Znojmo auch in die Tat umgesetzt und mit Leben gefüllt. 

Bewegte und schmerzvolle Geschichte

Bei einem gemeinsamen Festakt im Stadtsaal nun steht die bewegte und mitunter schmerzvolle gemeinsame Geschichte der beiden Nachbarländer Österreich und Tschechische Republik im Blickpunkt des Interesses.  

Nach den offiziellen Festansprachen durch den mährischen Landeshauptmann Bohumil Šimek und einem Vertreter der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner folgt eine Diskussionsrunde mit prominenten Vertretern aus Literatur und Politik. 

Zu Gast auf dem Podium sind die Botschafterin der Tschechischen Republik in Österreich, Ivana Červenková, die tschechische Schrifstellerin Radka Denemarková ("Ein herrlicher Flecken Erde"), ihr österreichischer Autorenkollege Doron Rabinovici ("Alles kann passieren" - Ein Polittheater über die gegenwärtige Verfasstheit Europas) und der Leiter des Österreichischen Kulturforums in Prag, Andreas Schmidinger. 

Grußbotschaften von Ulrike Lunacek (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments a.D.), Erhard Busek (Vizekanzler der Republik Österreich a.D.) und Pavel Kohout (tschechischer Schriftsteller) werden via Video zugespielt. 


Verbindung der Nachbarländer durch Musik

Musikalisch gestaltet wird der Abend vom Alliance Quartett Wien, der Pianistin Agnes Wolf und dem Kontrabassisten Maximilian Ölz. Zur Aufführung kommen kammermusikalische Werke von Antonín Dvořák, Franz Schubert, Erwin Schulhoff und Gustav Mahler, die das Verbindende in der Musik der beiden Nachbarländer widerspiegeln. 

Zudem wird der Sensationsfund des Museums Retz im Rahmen des Festakts öffentlich ausgestellt: Europa Regina, die älteste bekannte Darstellung des europäischen Kontinents in Form einer Königin, angefertigt von dem Tiroler Humanisten Johannes Putsch (1516–1542).