Maibaum angesägt, Polizisten telefonisch diffamiert. Beim Ansägen eines Maibaums erwischt, drohten Weinviertler Hiebe: Dann fühlt er sich von der Polizei im Stich gelassen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. Dezember 2017 (04:37)
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Symbolbild

„Im Rausch bin ich auf die blöde Idee gekommen, den Maibaum im Nachbardorf anzusägen“, gibt ein Weinviertler (25) vor Gericht die angeklagte Sachbeschädigung in Watzelsdorf unumwunden zu. Er sei damals von drei Einheimischen erwischt worden: „Die waren wütend. Es war klar, was mir blüht“, schildert er.

Ärger über fehlende Hilfe: Polizisten angeschwärzt

Die folgende Abreibung steckte er kommentarlos weg. Er habe sich aber von der Polizei, die wegen der Sachbeschädigung ermittelte, Hilfe erwartet, um der drohenden Prügelsanktion zu entgehen. Als er die nicht erhielt, habe er sich geärgert und einen Notruf abgesetzt. In dem Telefonat schwärzte er die beiden Beamten an und bezichtigte sie der unterlassenen Hilfeleistung, einen sogar einer Attacke.

„Das tut mir sehr leid. Ich habe am nächsten Tag, wieder nüchtern, sofort angerufen und die Anzeige zurückgezogen“, bekundet der junge Mann aus dem Retzer Land sein Bedauern: „Ich war wirklich bedient. Ich war so besoffen, dass mir beim Sägen die Puste ausgegangen ist und ich nach einer kleinen Rast ganz woanders weitergesägt habe.“

„Der zweimal angesägte Baum wurde übrigens aus Sicherheitsgründen umgeschnitten. Er kam aber verkürzt wieder zum Einsatz“, schildert ein Watzelsdorfer und bestätigt, dass sich der Maibaum-Attentäter entschuldigt habe. Der bislang unbescholtene und reumütige 25-Jährige kommt mit einer Diversion noch einmal glimpflich davon: Er muss 300 Euro Geldbuße zahlen.