Biber als „Landplage“: Lösung gesucht. Bürgermeister Martin Reiter fordert zur Frage des geschützten Bibers eine praktikable Lösung am grünen Tisch.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:17)
Ortsvorsteher Erich Zöchmann und Gemeinderat Gerhard Maurer (v.l.) mit dessen Kindern Alexander und Bernadette am „Bibertatort“. Foto: Franz Enzmann
Franz Enzmann

Offensichtlich ist ein Jungbiber von seiner Familie im Roseldorfer Biotop ausgewandert und versucht, im Schmidabach in der Ortsmitte einen Bau zu errichten. Der geschützte Nager fällte sechs Obstbäume neben dem Bachlauf gegenüber der „Birnzeile“.

Der eingewanderte Biber verursacht Schäden, für die niemand verantwortlich sein will. Das sorgt in Roseldorf für Kopfzerbrechen. Foto: Shutterstock/Procy
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„Wir haben vorsorglich alle Birnbäume mit einem Drahtgitter geschützt“, erzählt Ortsvorsteher Erich Zöchmann, der auch Jagdleiter in dem kleinen Weinort ist. Bürgermeister Martin Reiter berichtet über Biberschäden in allen neun Katastralorten in seiner Großgemeinde Sitzendorf an der Schmida.

„Nicht nur Dämme in Ortschaften errichtete der Biber, wie beispielsweise in Niederschleinz. Er beschädigte auch Dammbauten und unterminierte Straßenläufe“, erzählt der Wasserverbandsobmann. Er sieht den Biber als Landplage.

Die Wiederherstellungskosten musste die Gemeinde tragen. „Es gibt weder von Landes- noch von Bundesseite eine Entschädigung“, so der Gemeindechef leicht säuerlich. Bürgermeister fordern von ihm als Obmann des Schmida-Oberlauf-Wasserverbands eine Resolution, „in der das Biberproblem angesprochen wird und Lösungsvorschläge eingefordert werden“.

Reiter findet die Regelung als Jäger grundsätzlich gut, dass der Biber kein jagdbares Tier ist, „sonst müssten die Kosten die Jagdgesellschaften tragen, was zwangsweise zu größeren Problemen im Jagdwesen führen würde“.

Es sei an der Zeit, dass die Verantwortungsträger am grünen Tisch hinsichtlich der Schadenbezahlung eine praktikable Lösung finden.