Drama um Rinder ist jetzt beendet: Alle Tiere verkauft. Angusrinder, die – lebend wie tot – für Aufregung und Entsetzen im Schmidatal sorgten, haben die Besitzer gewechselt.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:21)
Die Rinderherde, die im Schmidatal über Monate für Aufsehen sorgte. Nun sind alle Tiere verkauft.
Franz Enzmann

Das Drama um die Angusrinder in Roseldorf ist beendet. Dem bisherigen Besitzer war nach dem letzten Vorfall die Berechtigung zur Tierhaltung entzogen worden. Anfang des Monats ging es Schlag auf Schlag. Binnen zwei Tagen wurden alle Rinder, knapp 50 Stück, abgeholt. „Der Betrieb ist mittlerweile vollständig geräumt, sämtliche Tiere wurden veräußert“, erklärt Bezirkshauptmann Andreas Strobl.

Bis Jänner gab es in Goggendorf immer wieder Probleme mit Rindern. Sie brachen aus ihrem Gehege aus, wanderten im Ort herum, brüllten oft stundenlang. Dann kam die Erleichterung: Die etwa 15 Tiere wurden nach Roseldorf zu einer bestehenden Herde von ungefähr 35 Artgenossen gebracht. Eher selten wurde hier ein Rind außerhalb des Geheges gesichtet. Aber der Zustand desselben wurde von Bürgern als furchtbar beschrieben. Auffallend war auch, dass einige Tiere keine Ohrmarken hatten.

Todesursache bleibt unklar

Vor dreieinhalb Wochen kam dann die grausige Entdeckung je dreier Tierkadaver in Goggendorf und im Stall in Roseldorf.

„Die Abholung und Entsorgung von verendeten Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben darf nur von zugelassenen Unternehmen durchgeführt werden. Sollte ein Landwirt verendete Tiere nicht entsprechend entsorgen, stellt dies einen Verstoß gegen das Tiermaterialiengesetz dar“, stellt Strobl klar.

Woran die Tiere gestorben sind, wird sich nicht mehr klären lassen. Wie es üblicherweise ablaufen sollte, erklärt der BH-Chef: „Für den Fall, dass Tiere ohne Fremdverschulden – vor allem in abgelegenen Freilandhaltungen – verenden, ist es wichtig, die Todesursache abzuklären, ob anzeigepflichtige Tierseuchen vorliegen, aber auch, um mögliche tierschutzrechtliche Vergehen abzuklären.“

Franz Enzmann

Bereits bei Verdacht einer Tierseuche sei eine vorübergehende Sperre des Betriebs vorgesehen. Andernfalls könne eine entsprechende Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion erfolgen.

Die NÖN wollte auch wissen, in welchen Abständen Betriebe dieser Art überprüft werden: „Hinsichtlich tierschutzrechtlicher Kontrollen bestehen detaillierte Vorgaben und Stichprobenpläne“, schildert Strobl. Es gebe Risikoanalysen, auf deren Basis die zu kontrollierenden Betriebe ausgewählt werden. Zusätzlich gehe die BH jeder Anzeige von Verstößen gegen tierschutzrechtlichen Bestimmungen nach.

Die Kennzeichnung von Rindern erfolgt über Ohrmarken und entsprechende Datenbanken. Sollte eine solche Ohrmarke verloren gehen, ist eine genetische Analyse der betroffenen Tiere vorgesehen, um die Abstammungsverhältnisse zu klären. „Sollte keine Klärung herbeigeführt werden, gelangt dieses Tier nicht in die Lebensmittelkette“, betont Strobl.