RK-Freiwillige Daniela (19): „Spaß machte bisher alles“. Daniela Nitsche ist die erste Frau, die den sozialen Freiwilligendienst in Hollabrunn absolviert.

Von Eva Kohl. Erstellt am 05. Oktober 2016 (03:54)
NOEN, Christoph Gstaltmeyr
„Für mich war das Freiwillige Sozialjahr die richtige Entscheidung“, sagt Daniela Nietsche.

Die 19-jährige HAK-Absolventin Daniela Nitsche aus Hollabrunn ist die erste Frau, die beim Roten Kreuz ihrer Heimatstadt ein Freiwilliges Sozialjahr absolviert. Die NÖN bat – im Rahmen eines Workshops mit der Katholischen Medienakademie (KMA) zum Gespräch.

NÖN: Wie sind sie auf die Idee gekommen, sich für ein Freiwilliges Sozialjahr zu melden?

Nitsche: Nach der Matura ist mir die Aufnahmeprüfung zur Physiotherapieausbildung schief gelaufen, aber ich möchte es nächstes Jahr nochmals probieren. Die Zeit bis dahin möchte ich nützen. Während des FSJ kann ich vieles ausprobieren, um zu sehen, ob ich in der sozialen Schiene bleiben möchte.

Den Großteil der Zeit bin ich im Henry-Laden tätig

Wie waren die Abläufe bei der Bewerbung und in den ersten Arbeitstagen?

Es gibt verschiedene Organisation, aber für mich war das Rote Kreuz die erste Wahl. Dort konnte ich direkt anrufen. In einem Gespräch hat mir Frau Schönauer erklärt, was ich machen könnte. Am ersten Tag hatte ich eine Einführung in Tulln, gemeinsam mit anderen Bewerbern aus ganz Niederösterreich. Wir waren etwa 25 Leute. Burschen waren vier dabei, alle im Bereich Rettungsdienst als Ersatz für den Zivildienst. Weniger als ein Drittel macht Gesundheits- und Sozialdienst.

Was ist nun Ihre Aufgabe hier beim Roten Kreuz?

Den Großteil der Zeit bin ich im Henry-Laden tätig, dem Second-Hand-Shop vom Roten Kreuz. Bei einem Flohmarkt und beim „Betreuten Reisen“ war ich schon dabei. Und ich werde bei der Team Österreich Tafel helfen. Natürlich ist es manchmal anstrengend, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist und herumwuselt. Aber Spaß gemacht hat bis jetzt alles. Besonders cool war das Betreute Reisen.

Die Leute waren so offen und haben viel mit uns gesprochen

Was war so cool daran?

Wir waren einen Tag mit älteren Menschen aus der Umgebung im Schloss Esterhazy in Eisenstadt. Ich war vorher noch nie mit Rollstuhlfahrern unterwegs, aber nach einer Stunde habe ich mich daran gewöhnt. Die Leute waren so offen und haben viel mit uns gesprochen. Bei einem gemeinsamen Nachmittagskaffee in einer Kaffeerösterei haben sie von früher erzählt – das war ziemlich interessant. Ich möchte unbedingt nochmals beim Betreuten Reisen mitfahren! Leider geht sich die mehrtägige Herbstreise im Oktober mit meinen Ausbildungsstunden nicht aus.

Bekommt man in der Schule einen Begriff von der Bedeutung des Sozialbereiches?

Wir haben soziale Themen in verschiedenen Fächern besprochen und hatten ein Fach Sozialkompetenzen sowie einige Zusatzangebote. Aber auf die Berufsschiene der Sozialberufe sind wir nicht eingegangen. Damals habe ich nicht nachgedacht, wozu wir das machen. Jetzt weiß ich, wofür ich das gelernt habe.

Würden sie Schülern empfehlen, nach der Matura ein FSJ einzuplanen?

Wenn man ein Jahr lang etwas komplett anderes machen möchte, dann ist das FSJ eine gute Lösung. Durch die Kurse beim Roten Kreuz lerne ich Neues. Die Ausbildung zum Seniorenbetreuer werde ich als Physiotherapeutin gut brauchen können. Für mich war es auf jeden Fall die die richtige Entscheidung.