Bewusst kochen & denken: Seminarbäuerin berichtet. Elisabeth Lust-Sauberer kocht jetzt bunter. Ihr Umfeld entdeckt Spaß am Kochen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 01. Mai 2020 (05:49)
Für Seminarbäuerin Elisabeth Lust-Sauberer war eseine Umstellung, wieder täglich selbst zu kochen. Und: Sie überlegt jetzt genau, ob sie ins Auto steigt und einkaufen fährt.
privat

Hört man ihren Namen, hat man sofort ein Bild in seinem Kopf: Elisabeth Lust-Sauberer steht in der Küche und zeigt vor, wie man bäckt und kocht. „Wirklich jeden Tag gekocht hab’ ich auch schon lange nicht mehr“, gibt sie im NÖN-Gespräch aber zu und erinnert sich an die Zeit zurück, als ihre Töchter noch im Kindesalter waren.

Statt im Piemont daheim unterwegs

Doch die Coronakrise hat den Tagesablauf auf den Kopf gestellt. Die Seminarbäuerin ist sonst viel unterwegs, in ihrer Schalladorfer Küche musste es meist schnell und einfach gehen. Jetzt sei das anders: Lust-Sauberer widmet sich nun Speisen, die schon mal einen ganzen Vormittag im Rohr garen müssen. Sie koche außerdem bunter. Und: „Mein Mann ist auch zu Hause im Homeoffice, mit dem muss ich mich abstimmen“, sagt sie lachend.

Eigentlich wäre die TV-Köchin jetzt im Piemont auf Exkursion mit den Weinviertel-Bäuerinnen unterwegs. Statt den Nordwesten Italiens zu erkunden, genießt sie ihr Zuhause. „Ich bin im Radio und bald geht das Fernsehen wieder los“, informiert Lust-Sauberer, deren Buch rund ums Einkochen („Gutes fürs ganze Jahr“) gerade erschienen ist.

Dadurch, dass sie täglich kocht, ist eines passiert: „Meine Kühltruhe ist fast leer“, sagt die Bäuerin. Ein Satz, der die Veränderung deutlich macht: „Ich schau’ erst einmal: Was hab’ ich zu Hause? Was wächst im Garten? Und dann koch’ ich.“

Dieses Verhalten beobachtet Lust-Sauberer in ihrem Umfeld ebenfalls. „Man geht nicht mehr jeden Tag zum Auto.“ Genau von diesem „bewusster Hinschauen, was wir kochen“ erhofft sich die Schalla dorferin, dass es nach der Krise erhalten bleibt.

„Man überlegt wieder, wie man würzen könnte“

Weiters ortet sie, dass die Menschen nun wieder mehr Spaß am Kochen finden. Wer selbst mit Lebensmitteln arbeitet, passe besser darauf auf, isst bewusster. Man würde auch wieder mehr nachdenken. Zum Beispiel, wenn keine Fertigpackung für Pasta Asciutta daheim ist. „Man überlegt wieder, wie man würzen könnte – auch mit Wildkräutern. Früher ist es ja auch gegangen.“