Elisabeth Lust-Sauberer gab Bäuerinnen-Zepter weiter

Erstellt am 16. Juni 2022 | 04:54
Lesezeit: 3 Min
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Elisabeth Lust-Sauberer (Mitte) legte die Geschicke der NÖ Seminarbäuerinnen in Waltraud Strobls Hände. Weinbaupräsident Hannes Schmuckenschlager bedankte sich für die professionelle Arbeit.
Foto: LK NÖ/E. Heidegger
Elisabeth Lust-Sauberer aus Schalladorf gab das Zepter bei ihren NÖ-Bäuerinnen an eine Jüngere weiter. Jetzt startet sie „in ein anderes Leben“.
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Die NÖ Seminarbäuerinnen haben eine neue Obfrau: Waltraud Strobl aus dem Bezirk Neunkirchen übernimmt im 20. Jubiläumsjahr diese Position. Damit tritt sie in die Fußstapfen von Elisabeth Lust-Sauberer. Die Schalladorferin hatte dieses Amt zehn Jahre inne, seit der Gründung im Jahr 2002 war sie im Vorstand vertreten. Auch dort ist sie nun nicht mehr.

„Ich bin kein Sesselpicker“, sagt Lust-Sauberer im NÖN-Gespräch, sie denkt mit Grauen an Vereine, die seit Jahr und Tag vom selben Team geführt werden. „Frischer Wind ist immer etwas Gutes, es braucht einfach eine bunte Abwechslung“, ist sie überzeugt. Durch diese Einstellung fällt ihr der Schritt zurück nicht schwer, Seminarbäuerin in Hollabrunn bleibt sie ja noch. „Es ist mein Start in ein anderes Leben“, blickt sie zuversichtlich in die Zukunft.

Man wird schon verführt, zu bleiben.“ Elisabeth Lust-Sauberer Ehemalige Obfrau der NÖ Seminarbäuerinnen

Ihr persönliches Highlight in den Jahren als Obfrau war, dass „wir es geschafft haben, die Marke der Seminarbäuerinnen zu etablieren, und das Bild der Bäuerinnen modernisiert haben“. Und genau deswegen „gehören die Jungen nach vorne“, sagt die 57-Jährige. Dass es unter den Bäuerinnen viele junge Frauen gebe, die sich engagieren, beschreibt Lust-Sauberer als großes Glück. „Es gibt für junge Menschen viele Herausforderungen, sie haben oft gar keine Zeit, sich einzubringen.“

Als Obfrau der Seminarbäuerinnen war die kommunikative Schalladorferin vor allem dafür zuständig, zu koordinieren „und eine Linie und das so vielfältige Niederösterreich“ hineinzubringen. Dabei stand das Vernetzen intern aber auch nach außen an oberster Stelle. Und: Öffentlichkeitsarbeit. „Das war immer meins“, schmunzelt Lust-Sauberer.

Wichtig war ihr, dass die Bäuerinnen über die Arbeit der anderen informiert sind. Sie selbst hat beispielsweise eine Käsekennerausbildung gemacht. „Das war sehr spannend, in einen anderen Bereich hineinzuschnuppern und zumindest ein bisschen Bescheid zu wissen. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich Niederösterreich ist, es ist schon sehr interessant.“ Genau das mache es aber doch schwer, Abschied zu nehmen. „Man wird schon verführt, zu bleiben“, spricht sie von der Bäuerinnen-Familie, der sie gerne angehört.

Die Versammlungen und die Vernetzung untereinander werden ihr fehlen, aber: „Corona hat bei der Entwöhnung geholfen“, lacht Lust-Sauberer.

Langeweile kommt dennoch nicht auf: Die 57-Jährige ist nach dem Tod ihres Vaters zur Marktfahrerin geworden, außerdem erfreut sie sich an zwei Enkelkindern und: „Ein neues Buch ist in den Startlöchern“, verrät sie. Erscheinen wird das neue Werk im Herbst 2023.

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