Abreibung am Spielplatz: Rauferei unter Schwestern. „Gewalt ist keine Lösung“, meinte eine der Angeklagten nach einem Familienstreit. Das hatten die Beteiligten im Mai dieses Jahres jedoch anders gesehen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 20. September 2017 (05:12)
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Schmerzhaft. Nach wüstenBeschimpfungen gerieten einander zwei Schwestern in die Haare.

Einen kuriosen, heftigen Familienstreit hatte Richter Erhard Neubauer vergangene Woche am Bezirksgericht Hollabrunn zu entwirren. Die Angeklagten – eine Seite hält zur getrennt lebenden Mutter, die andere zum Vater – wurden nach einer Reihe von Zeugenaussagen zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

Schwestern gerieten sich in die Haare

Auslöser war ein Maistrich mit recht eindeutigem Inhalt. Danach hagelte es Beschuldigungen. Man traf sich zu einer Aussprache auf einem Spielplatz. Dort dauerte es nicht lange, bis man sich wüst beschimpfte und auch handgreiflich wurde.

Zwei Schwestern gerieten einander buchstäblich in die Haare. Nachdem die eine gespuckt hatte, wurde die andere an den Haaren gerissen. Am Ende lagen beide verletzt am Boden, ebenso wie der Lebensgefährte der Mutter, der mit deren Sohn aneinandergeraten war.

„Wir haben nicht gerechnet, dass es so ausartet“, war die Antwort auf die Frage des Richters, warum man sich bei diesen Familienverhältnissen überhaupt trifft. Das Ergebnis waren jedenfalls einige Prellungen und ein Rettungseinsatz, wobei zumindest eine der Beteiligten festhielt: „Ich hau’ doch nicht auf meine eigene Schwester. Gewalt ist keine Lösung.“

Sogar Videomitschnitt des Streits tauchte auf

Die Aussagen gingen freilich einigermaßen auseinander und deckten sich nicht immer mit dem, was nach dem Vorfall bei der Polizei festgehalten worden war. Am Ende tauchte sogar ein Videomitschnitt auf, der aber auch nicht restlos Aufschluss gab.

„Das nächste Mal solltet ihr alles g’scheit filmen, dann tu ich mir leichter“, merkte der Richter an. Er schlug vor, den Kontakt endgültig auf null zu stellen. „Keiner hält sich beim anderen irgendwo bei der Wohnung auf, ist das klar?“ Stummes Nicken.

Zwei der Schwestern und der Bruder müssen nun binnen eines halben Jahres jeweils 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Lebensgefährte der Mutter wurde im Zweifel freigesprochen.