Franz-Josefs-Bahn: Endstation Staatsgrenze. Die Enttäuschung ist groß – auch in Zukunft sollen auf den Geleisen der historischen Bahn keine internationalen Züge unterwegs sein. Hogl verspricht Verbesserungen.

Von Sandra Frank und Christoph Reiterer. Erstellt am 16. September 2014 (09:48)
Walter Naderer
NOEN, Harald Kalasek
Die Franz-Josefs-Bahn (FJ-Bahn) verliert weiter an Bedeutung, stellt Landtagsabgeordneter Walter Naderer (Team NÖ) enttäuscht fest. Wie aus gut informierten ÖBB-Kreisen zu hören sei, gebe es auf der FJB weiterhin keinen internationalen Zug, der eine tschechische Großstadt anfahren wird.

„Wir haben uns alle berechtigte Hoffnungen gemacht“

„Der viel gerühmte Kulturaustausch, den sich LH Pröll so gerne auf die Fahne heftet, fährt weiterhin nicht mit der Bahn“, kommentiert Naderer den für ihn enttäuschenden Umstand, dass es keinen neuen grenzüberschreitenden Schnellzug nach Tschechien geben wird.

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NOEN, Harald Kalasek
Es werde über mangelnde Finanzmittel und fehlende Bereitschaft der Regionalpolitik in beiden Staaten gesprochen, ein solches Projekt mitzutragen. „Wir haben uns entlang der FJB alle berechtigte Hoffnungen gemacht, dass anlässlich der Kulturhauptstadt Pilsen ein Zug auf der FJB von Wien nach Pilsen fahren wird“, sagt der Landtagsabgeordnete.


Gleichzeitig hätte es mit dieser Verbindung die Möglichkeit gegeben, eine Durchfahrtsvariante für Pendler von Gmünd bis Tulln und Wien in der Praxis zu testen. Der Abgeordnete aus Limberg ist überzeugt: „Es wird sicher hitzig werden, wenn die Regionalpolitiker diese Absage den Menschen im Waldviertel erklären werden müssen.“

Bahn „soll das Rückgrat für das neue Europa werden“

„Es wird in der nächsten Zeit an Verbesserungen gearbeitet“, weiß ÖVP-Landtagsabgeordneter Richard Hogl. Es sei für die Pendler wichtig, rasch in die Bundeshauptstadt zu kommen und diese Zeit, die sie im Zug verbringen auch gut nützen zu können. Das Breitbandangebot soll beispielsweise ausgebaut werden. „Das Projekt ist auf Schiene.“ Es gebe auch entsprechende Anträge im Landtag, „Das müsste Herr Naderer eigentlich wissen ...“

Hannes Bauer, ehemaliger Nationalrat der Sozialdemokraten, setzt sich seit Langem für eine internationale Verbindung ein, die vom Wiener Franz-Josefs-Bahnhof über Prag und Berlin führen soll. Seiner Meinung nach „soll die Franz-Josefs-Bahn das Rückgrat für das neue Europa werden.“ Die Stadt Pilsen sei in diesem Zusammenhang nicht so wichtig.

Der Ziersdorfer weiß, dass es bereits zu Zeiten von Franz Josefs eine Strecke Wien-Prag-Berlin, den „San Souci“, gab. Diese Strecke gibt es nicht mehr, weil von Ceske Velenice (also Gmünd) bis Wesely 15 Kilometer nicht elektrifiziert sind.