Kennzeichen gestohlen: „War einfach nur deppert“. Nach vier Vorstrafen fasste zweifacher Vater unbedingte Haftstrafe aus. Er war mit gestohlenen Nummerntafeln und noch dazu ohne Führerschein unterwegs gewesen...

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:22)
Symbolbild
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Weil er im Mai fremde Kennzeichen gestohlen hatte und damit bis Oktober – noch dazu ohne Führerschein – unterwegs war, musste sich ein zweifacher Vater (31) aus dem Schmidatal am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten.

Der vierfach vorbestrafte Mann bekannte sich schuldig: „Ich war zu dem Zeitpunkt einfach nur deppert und habe nicht an die Konsequenzen gedacht.“ Das Auto, das er zum Übersiedeln benötigt hatte, habe er verkauft. Und er habe nun eine Arbeit.

Bewährungshelferin brach Lanze für den Angeklagten

Die Polizei war dem Angeklagten nur zufällig bei einer Verkehrskontrolle auf die Schliche gekommen: Das Kennzeichen stimmte nicht mit dem „Pickerl“ überein.

„Vergessen wir’s“, meinte der Mann (61), dem die Kennzeichen gehörten und dem ein Schaden von rund 1.000 Euro entstanden war. Er verzichtete auf allfällige Ansprüche – und der Angeklagte entschuldigte sich reumütig bei ihm. „Danke im Namen der Republik“, sagte Richter Erhard Neubauer, ehe die Bewährungshelferin eine Lanze für den 31-Jährigen brach.

Die Betreuung funktioniere seit 2017 reibungslos. Er sei 100-prozentig verlässlich, reflektiere seine Taten, habe ein Anti-Gewalt-Training absolviert und seit einem halben Jahr eine Fixanstellung, wodurch er nun endlich seine Schulden regulieren könne. Außerdem sei er ein „extrem toller Vater“, Drogen und Alkohol seien kein Thema mehr. „Es gibt Momente, wo er unüberlegt Blödsinn macht, aber ich möchte mit ihm weiterarbeiten. Ein Jobverlust wäre ein riesiger Rückschritt.“

Der Richter verzichtete schließlich darauf, einschlägige bedingte Vorstrafen zu widerrufen. Für den Kennzeichen-Diebstahl setzte es allerdings eine viermonatige Haftstrafe, die der Mann möglicherweise mit einer Fußfessel abdienen kann. „Ich glaube an das Positive in Ihnen“, meinte Neubauer.