Obersteiner spielte 8.715-mal für die Tänzer auf. Die Volkstanzgruppe Schmidatal feierte ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Festakt in ihrem Probenlokal.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 30. März 2019 (07:02)
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Ein unermüdlicher Spieler: Peter Obersteiner.

Nach der Messe in der Sitzendorfer Kirche wurde am vergangenen Sonntag im Gasthof Pelzer-Altinger das 30-jährige Bestehen der Volkstanzgruppe (VTG) Schmidatal gefeiert. Obmann Franz Beer freute sich, dazu auch Gerhard Müller, den ehemaligen Landesobmann der Heimatpflege, Johann Hirnschall vom Tanzforum NÖ und Bürgermeister Martin Reiter willkommen zu heißen.

Tanzleiter Leopold Beck hatte eine beeindruckende Präsentation über die vergangenen 30 Jahre erstellt. Wolfgang Hörmann kommentierte die Bilder. Als Geburtshelfer der VTG Schmidatal gelten Anni Baringer und Karl Scheibelhofer. Der erste Auftritt fand am 1. September 1989 beim Frauendorfer Kirtag statt. Im ersten Jahr zählte die Gruppe 18 Mitglieder, aktuell sind es 25 aktive, sieben unterstützende und ein Ehrenmitglied.

Auch bei „Klingendes Österreich“ mit dabei

Hörmann, 24 Jahre lang Obmann, erzählte schmunzelnd von den vielen Auftritten in- und außerhalb des Bezirks: „Natürlich hatten nicht immer alle Zeit. Unser Tanzleiter brachte aber stets acht Paare zusammen, zehn waren sein Wunschziel und zwölf waren sein Traum.“

Mit Peter Obersteiner aus Limberg fand man den idealen Musikanten. „Gerade beim Einstudieren neuer Tänze ist es wichtig, wenn der Musiker auf das optimale Tempo zum Lernen eingehen kann. Das funktioniert mit Musik vom Band nicht so gut“, erklärte Tanzleiter Beck. Er hatte sich die Mühe gemacht und in seinen Unterlagen die Anzahl herausgesucht, wie oft Obersteiner für die Tänzer bei Proben und Auftritten aufgespielt hat: Es waren unglaubliche 8.714 Einsätze.

Volkstänzer Wolfgang Hainisch baute für die Auftritte ein Leiterwagerl. Auf diesem wurden Lautsprecher und Verstärker transportiert. „Das ist unser Soundblaster“, führte Hörmann aus.

Auch der ORF wurde auf die Gruppe aufmerksam: Sie wirkten unter anderem bei Sepp Forchers „Klingendes Österreich“ über das Schmidatal mit. Erwähnt wurde auch die Gründung der Kinder-Volkstanzgruppe, die jedoch 2007 aufgelöst wurde. Nach der Präsentation wurden Mitglieder geehrt. Hirnschall lehnte das Mikrofon lachend mit den Worten ab: „Ich hab eh eine laute Stimme, brauch meine Hände zum Zettel halten und nervös sein.“

Schmidatal erstmals in einem Vereinsnamen

Geehrt wurden Leopold Beck – für seine 30-jährige Tätigkeit –, Wolfgang Hainisch, Alfred Friedrich, Elisabeth Altinger und Peter Obersteiner. Letzterer bekam nicht nur von der BTG, sondern auch vom Bürgermeister eine Dank- und Anerkennungsurkunde überreicht.

„Unsere Gemeinde ist nicht sehr splendid mit Ehrungen“, schmunzelte Martin Reiter bei der Übergabe. In seiner Rede betonte er: „Volkskultur ist Futter für die Seele“. Er dankte für die schönen Stunden, die die Volkstanzgruppe ihrem Publikum bereitete und hob hervor: „Ihr wart die Ersten, die das Schmidatal im Namen geführt habt.“

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der „Haberg Musi“ aus Stockerau. Zum Abschluss des offiziellen Teils wurde natürlich noch getanzt – und Peter Obersteiner spielte zum 8.715 Mal auf.

Das Tanzforum NÖ lädt am 6. April von 19 bis 21 Uhr bei freiem Eintritt zu einem gemütlichen Tanzabend („Tanz beim Wirt“) ins Gasthaus Pelzer-Altinger.